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Außendienstmitarbeiter Wundmanagement

Außendienstmitarbeiter im Wundmanagement beraten Kliniken, Pflegeheime, ambulante Dienste und Arztpraxen zu Wundauflagen, Kompressions- und Verbandmitteln und schulen Pflegekräfte in der Anwendung. Der Beruf verbindet pflegerisches Fachwissen mit Vertrieb und findet im Tagdienst mit hoher Reisetätigkeit statt.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Außendienstmitarbeiter Wundmanagement verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.400 € 5.100 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 5.300 € 6.800 € 63.600 €

Angegeben ist das feste Monatsbrutto ohne variablen Anteil. Ein Tarifvertrag greift in der Regel nicht - gezahlt wird nach Haustarif oder frei verhandelt, einige größere Hersteller orientieren sich an den Tarifen der chemischen Industrie; TVöD-P, TV-L oder AVR spielen hier keine Rolle. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit entfallen, weil im Tagdienst gearbeitet wird; stattdessen kommen ein Bonus von meist 10 bis 25 Prozent des Jahresgehalts bei Zielerreichung, ein Firmenwagen zur privaten Nutzung und Spesen hinzu. Die Höhe hängt stark von Gebietsgröße, Kundenstruktur und dem nachgewiesenen Wundfachwissen ab.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Außendienstmitarbeiter Wundmanagement?

Die Tätigkeit läuft in einem festen Gebiet ab, das mehrere Landkreise oder ein halbes Bundesland umfassen kann. Besucht werden Wundzentren und Stationen in Akutkliniken, Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Homecare-Versorger, Sanitätshäuser sowie chirurgische, dermatologische und diabetologische Praxen. Im Gespräch geht es um Produkte der modernen Wundversorgung: Schaumverbände, Hydrofaser, Alginate, Silberauflagen, Unterdruck-Wundtherapie, Kompressionssysteme, Hautschutz. Dazu kommen Anwendungsschulungen am Patientenbett oder im Schulungsraum, Fallbegleitungen bei komplexen Wunden, Vorträge auf Fortbildungen und die Betreuung von Ausschreibungen und Rahmenverträgen mit Einkaufsabteilungen und Klinikapotheken. Ein Teil der Woche besteht aus Dokumentation im CRM-System, Angebotsverfolgung, Musterversand und Abstimmung mit Innendienst und Marketing.

Der Beruf ist keine Pflegetätigkeit im engeren Sinn. Direkter Patientenkontakt kommt vor, wenn Wundverläufe demonstriert oder Anwendungen begleitet werden, die Verantwortung für die Versorgung bleibt aber bei der Einrichtung. Gemessen wird die Arbeit an Umsatz, Listungen und Gebietszielen.

Wie wird man Außendienstmitarbeiter Wundmanagement?

Der häufigste Weg führt über die dreijährige Pflegefachausbildung, heute mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, früher Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege. Darauf folgen einige Jahre Praxis und eine Weiterbildung im Wundmanagement, etwa Wundexperte ICW, Wundtherapeut WAcert oder Pflegetherapeut Wunde ICW. Wer aus einem Wundzentrum, einem Homecare-Unternehmen oder der ambulanten Wundversorgung kommt, bringt genau das Profil mit, das Hersteller suchen. Zweiter Weg ist der Vertrieb: Pharmareferenten nach § 75 AMG oder Medizinprodukteberater nach § 83 MPDG, die sich in die Wundversorgung einarbeiten. Ein Studium ist nicht Bedingung, kommt aber bei Positionen im Key-Account-Bereich vor. Fast alle Arbeitgeber verlangen die Sachkenntnis als Medizinprodukteberater, die über die Ausbildung oder eine Schulung nachgewiesen wird, und einen Führerschein der Klasse B.

Was der Beruf verlangt

Die Reisetätigkeit prägt den Alltag. Vier Tage pro Woche im Auto sind normal, bei großen Gebieten kommen Übernachtungen dazu, dazu Kongresse am Wochenende. Wer Kinder betreut oder Angehörige pflegt, muss das durchrechnen. Schichtdienst, Nacht- und Feiertagsarbeit entfallen dagegen, ebenso die körperliche Belastung der Pflege am Bett - das ist für viele der Grund für den Wechsel.

Dafür kommt Vertriebsdruck. Zielvorgaben werden quartalsweise gemessen, Gebiete werden umgeschnitten, Ausschreibungen gehen verloren, obwohl die fachliche Beratung gut war. Wer in der Pflege daran gewöhnt ist, Erfolg am Patienten zu sehen, findet die Umstellung auf Umsatzzahlen ungewohnt. Dazu gehört Selbstorganisation ohne Team im Rücken: Tourenplanung, Berichtswesen, lange Alleinarbeit. Der Umgang mit Einkäufern verlangt eine andere Sprache als der mit Pflegekräften, beides muss man beherrschen.

Aussichten

Der Bedarf steigt, weil chronische Wunden mit der Alterung der Bevölkerung zunehmen und die Versorgung zunehmend über strukturierte Verträge und geschulte Anwender läuft. Hersteller und Homecare-Anbieter suchen kontinuierlich Bewerber mit Pflegeexamen und Wundweiterbildung; dieses Profil ist knapp. Entwicklungswege führen zum Key Account Management, zur Regionalleitung, in Schulung und Fortbildung, ins Produktmanagement oder in klinische Anwendungsforschung. Ein Rückweg in die Pflege bleibt offen, solange die Berufszulassung erhalten und die Praxis nicht zu lange unterbrochen ist.

Aufgaben

  • Beratung von Kliniken, Pflegeheimen, ambulanten Diensten und Praxen zu Produkten der Wundversorgung
  • Anwendungsschulungen und Fallbegleitungen für Pflegekräfte und Ärzte
  • Vorträge und Standbetreuung auf Fortbildungen und Kongressen
  • Betreuung von Ausschreibungen, Rahmenverträgen und Listungen mit Einkauf und Klinikapotheke
  • Gebietsplanung, Tourenorganisation und Dokumentation im CRM-System
  • Beobachtung von Wettbewerb und Versorgungsstrukturen im Gebiet
  • Zusammenarbeit mit Innendienst, Homecare-Partnern und Sanitätshäusern

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung (Pflegefachfrau/Pflegefachmann, früher Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege) oder vergleichbare medizinische Qualifikation
  • Weiterbildung im Wundmanagement, etwa Wundexperte ICW oder Wundtherapeut WAcert, wird meist erwartet
  • Sachkenntnis als Medizinprodukteberater nach § 83 MPDG
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu hoher Reisetätigkeit mit Übernachtungen
  • Sicheres Auftreten vor Fachpublikum und Verhandlungsgeschick gegenüber Einkaufsabteilungen
  • Selbstorganisation und Bereitschaft, an Umsatzzielen gemessen zu werden

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Wundversorgungsprodukten und Medizinprodukten
  • Homecare-Versorger und Sanitätshausgruppen
  • Akutkliniken und Wundzentren als besuchte Kunden
  • Pflegeheime und ambulante Pflegedienste als besuchte Kunden
  • Arztpraxen der Chirurgie, Dermatologie und Diabetologie
  • Mobiles Arbeiten aus dem Homeoffice heraus

Der Weg in den Beruf

Üblich ist zunächst die dreijährige Pflegeausbildung mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, dazu einige Jahre Praxis in der Wundversorgung. Darauf folgt eine Weiterbildung im Wundmanagement, etwa Wundexperte ICW mit rund 56 Unterrichtsstunden oder die umfangreichere Qualifikation zum Pflegetherapeuten Wunde. Der Einstieg in den Außendienst erfolgt über eine mehrwöchige Produkt- und Vertriebsschulung des Arbeitgebers samt Nachweis der Sachkenntnis als Medizinprodukteberater.

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