Pflegefachkraft Geriatrie
Pflegefachkräfte in der Geriatrie versorgen alte, meist mehrfach erkrankte Menschen in Akutkliniken, Rehaeinrichtungen oder geriatrischen Tageskliniken. Grundlage ist die dreijährige Fachausbildung, der Alltag verbindet Behandlungspflege mit aktivierender Pflege und der Arbeit im therapeutischen Team.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft Geriatrie verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.600 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.100 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € |
Entscheidend ist der Träger: Häuser nach TVöD-P gruppieren Pflegefachkräfte in der Regel in P7, mit Fachweiterbildung oder besonderen Aufgaben höher, kirchliche Träger zahlen nach AVR Caritas oder AVR Diakonie ähnlich, private Betreiber mit Haustarif teils deutlich darunter. Bei tariflicher Vergütung wird nicht der Betrag verhandelt, sondern die Stufe - anerkannte Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro im Monat aus. Die genannten Werte sind Grundentgelte ohne Zuschläge; Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sowie Wechselschichtzulagen bringen bei regelmäßigem Schichtdienst üblicherweise 200 bis 500 Euro monatlich zusätzlich, teilweise steuerfrei nach § 3b EStG.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft in der Geriatrie?
Geriatrische Pflege richtet sich an Menschen über etwa 70 Jahre, die mehrere Erkrankungen gleichzeitig haben: Herzinsuffizienz und Diabetes, dazu eine Fraktur nach einem Sturz, eine beginnende Demenz, Mangelernährung. Die Pflegefachkraft übernimmt die Behandlungspflege - Medikamente stellen und verabreichen, Blutzucker kontrollieren, Infusionen anhängen, Wunden und Dekubitus versorgen, Katheter und Sonden handhaben, Vitalwerte überwachen - und gleichzeitig die aktivierende Grundpflege, die darauf zielt, dass Patienten wieder selbst aufstehen, essen, sich waschen können.
Dazu kommt ein großer Anteil an Assessment und Dokumentation: Sturzrisiko, Ernährungszustand, Kontinenz, Schmerz, kognitive Leistung werden mit standardisierten Instrumenten erhoben und im Verlauf verglichen. In geriatrischen Kliniken wird nach einem festen Teamkonzept gearbeitet, die Pflege sitzt mit Ärzten, Physio-, Ergo- und Sprachtherapie sowie Sozialdienst regelmäßig in der Teambesprechung. Wer im Frühdienst den Patienten mobilisiert hat, weiß, was er kann - diese Einschätzung ist die Grundlage für die Entlassplanung. Angehörigengespräche, Anleitung von Auszubildenden und Pflegehilfskräften und die Organisation der Weiterversorgung gehören ebenfalls dazu.
Wie wird man Pflegefachkraft in der Geriatrie?
Voraussetzung ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, die seit 2020 generalistisch ausgerichtet ist und die früheren Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege ersetzt. Wer die Vertiefung im letzten Ausbildungsjahr in der Langzeitpflege wählt, hat einen naheliegenden Zugang; nötig ist das nicht. Frühere Abschlüsse als Altenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger bleiben gültig und sind für geriatrische Stellen gleichermaßen anerkannt.
Die Geriatrie ist keine eigene Berufsausbildung, sondern ein Einsatzfeld. Vertiefen lässt sie sich über die Weiterbildung zur Pflegefachkraft für klinische Geriatrie oder Zercur-Geriatrie-Basiskurse, die von vielen geriatrischen Kliniken vorausgesetzt oder finanziert werden, außerdem über Weiterbildungen in Gerontopsychiatrie, Wundversorgung, Palliativpflege oder Kinästhetik. Ein Quereinstieg ohne Fachausbildung ist nur in Helferpositionen möglich - Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG, also Pflegeprozessplanung und Steuerung, bleiben der Fachkraft vorbehalten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich schwer. Mobilisation, Transfers und Lagerung machen einen großen Teil des Tages aus, Hilfsmittel sind vorhanden, aber nicht immer dort, wo sie gebraucht werden. Gearbeitet wird im Dreischichtsystem mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten; in Akutkliniken sind kurzfristige Einsprungdienste bei Personalausfall üblich. Der Zeitdruck ist hoch, weil aktivierende Pflege langsam ist und der Stationsablauf es nicht ist.
Psychisch fordernd sind Demenz und Delir: Orientierungslosigkeit, Weglauftendenz, verbale und gelegentlich körperliche Aggression gehören zum Alltag. Auch Sterben ist häufiger als in anderen Bereichen. Wer schnelle Erfolge braucht, findet sie hier selten - Fortschritte bemessen sich in Metern Gehstrecke.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und steigt weiter, geriatrische Betten werden ausgebaut, examinierte Fachkräfte sind bundesweit knapp. Wer einen Arbeitsplatz sucht, findet einen; die Auswahl ist eher eine des Trägers und der Arbeitsbedingungen. Entwicklungswege führen über Fachweiterbildungen, die Praxisanleitung, die Wohnbereichs- oder Stationsleitung, das Pflegemanagement oder ein pflegewissenschaftliches Studium bis zu erweiterten Rollen im Case Management und in der Entlassplanung.
Aufgaben
- Behandlungspflege einschließlich Medikamentengabe, Injektionen und Infusionen
- Wundversorgung, Dekubitusprophylaxe und -behandlung
- aktivierende Grundpflege, Mobilisation und Transfer
- geriatrische Assessments erheben und im Verlauf dokumentieren
- Pflegeprozess planen, steuern und evaluieren
- Teambesprechungen mit Therapie, Ärzten und Sozialdienst
- Angehörige beraten und in die Weiterversorgung einbinden
- Auszubildende und Pflegehilfskräfte anleiten
Voraussetzungen
- abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, alternativ Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege
- Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- körperliche Belastbarkeit für Transfers und Mobilisation
- Geduld und ruhiger Umgang mit Menschen mit Demenz oder Delir
- sichere Dokumentation und EDV-Kenntnisse
- je nach Haus Impf- oder Immunitätsnachweise nach Infektionsschutzgesetz
Wo man arbeitet
- geriatrische Fachabteilungen und Akutgeriatrien
- geriatrische Rehabilitationskliniken
- geriatrische Tageskliniken
- Pflegeheime mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt
- ambulante Pflegedienste
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, bestehend aus theoretischem Unterricht an einer Pflegeschule und praktischen Einsätzen in Klinik, Langzeitpflege und ambulantem Dienst. Zugang ist in der Regel der mittlere Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit vorheriger Helferausbildung. Für die Geriatrie folgen anschließend Weiterbildungen wie Zercur Geriatrie oder die Fachweiterbildung klinische Geriatrie.
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