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Therapie & Rehabilitation

Physiotherapeut Neurologie

Physiotherapeuten in der Neurologie behandeln Menschen nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Querschnittlähmung oder mit Parkinson und Multipler Sklerose. Sie arbeiten an Gehfähigkeit, Gleichgewicht, Armfunktion und Alltagsbewegungen, oft über Wochen und Monate hinweg.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Physiotherapeut Neurologie verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.200 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.800 € 4.600 € 45.600 €

Entscheidend ist der Träger: Kliniken nach TVöD-P beziehungsweise TVöD-B gruppieren Physiotherapeuten meist in EG 7 bis 9a ein, Universitätskliniken nach TV-L in vergleichbare Gruppen, kirchliche Häuser nach AVR Caritas oder AVR Diakonie ähnlich, während private Rehaträger und ambulante Praxen mit Haustarif oder freier Vereinbarung deutlich darunter liegen können. Verhandelt wird bei Tarifbindung nicht der Betrag, sondern die Stufe - anerkannte Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro monatlich aus. Nacht- und Feiertagszuschläge fallen kaum an, da überwiegend im Tagdienst gearbeitet wird; Wochenenddienste bringen je nach Tarif nur geringe Zuschläge, sodass das Grundentgelt praktisch dem Einkommen entspricht.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Physiotherapeut in der Neurologie?

Die Arbeit beginnt mit dem Befund: Muskeltonus, Kraft, Sensibilität, Gleichgewicht, Gangbild, Spastik, Neglect. Daraus entsteht ein Behandlungsplan, der sich fast täglich verschiebt, weil sich der Zustand nach einem Schlaganfall in den ersten Wochen schnell ändert. Behandelt wird in Einzeltherapie, meist 20 bis 30 Minuten, auf der Matte, an der Bank, am Barren, mit Laufband und Gewichtsentlastung, mit Rollstuhl und Stehtisch. In der Frührehabilitation kommt viel Arbeit am Bett dazu: Lagerung, Mobilisation aus dem Liegen in den Sitz, Transfers, Atemtherapie bei tracheotomierten Patienten, Behandlung von Menschen mit Bewusstseinsstörung.

Bobath, PNF, Spiegeltherapie, repetitives Training, Gerätegestützte Verfahren und Robotik gehören je nach Haus zum Repertoire. Dazu kommt Anleitung: Angehörige lernen Transfers, Patienten lernen den Umgang mit Rollator, Stock oder Orthese. Die Dokumentation läuft mit Skalen und Assessments, die Therapieziele werden in der wöchentlichen Teambesprechung mit Ärzten, Pflege, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie abgestimmt.

Wie wird man Physiotherapeut in der Neurologie?

Grundlage ist die dreijährige Ausbildung zum Physiotherapeuten an einer Berufsfachschule mit staatlicher Prüfung oder ein primärqualifizierendes Bachelorstudium Physiotherapie. Ein eigener Ausbildungsberuf für Neurologie existiert nicht; die Spezialisierung entsteht über die Stelle und über Fortbildungen. Zentral ist das Bobath-Zertifikat für Erwachsene, meist ein mehrwöchiger Grundkurs, dazu PNF, Vojta, manuelle Therapie, Kurse zu Spastikmanagement, Rollstuhlversorgung oder Beatmungspatienten. Wer in eine Frührehaklinik wechselt, braucht Erfahrung mit intensivpflichtigen Patienten. Ein Quereinstieg ohne Berufszulassung ist nicht möglich, die Berufsbezeichnung ist geschützt.

Was der Beruf verlangt

Körperlich ist die Neurologie das anstrengendste Feld der Physiotherapie. Wer einen halbseitig gelähmten Patienten mit 90 Kilogramm mehrfach täglich vom Bett in den Stand bringt, arbeitet am Rücken und an den Schultern, auch mit Lifter und zweiter Person. Rücken- und Knieprobleme sind in diesem Beruf häufig, ebenso Teilzeit als Selbstschutz.

Gearbeitet wird überwiegend im Tagdienst, in Kliniken mit Frühbeginn ab sieben Uhr. Wochenenddienste im Rotationsverfahren sind in Akut- und Rehakliniken üblich, Nachtdienste nicht. Rufbereitschaft gibt es in der Regel nicht.

Schwer fällt vielen die Langsamkeit der Fortschritte. Ein Patient lernt in acht Wochen wieder zwei Schritte, ein anderer verschlechtert sich trotz Therapie. Progrediente Erkrankungen wie ALS bedeuten Begleitung ohne Heilungsaussicht. Dazu kommen Wesensänderungen, Antriebslosigkeit und Aggression als Krankheitsfolge, die nicht persönlich gemeint sind und sich doch so anfühlen. Der Takt ist eng: Sechs bis zehn Behandlungen am Tag, dazwischen Wegezeiten und Dokumentation, sind normal.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst mit der Zahl der Schlaganfälle und der neurologischen Rehabilitationsplätze. Fachkräfte mit Bobath-Zertifikat und Frührehaerfahrung finden bundesweit Stellen, oft mit Wechselmöglichkeit zwischen Akutklinik, Reha und ambulanter Praxis mit neurologischem Schwerpunkt. Entwicklungswege führen in die fachliche Leitung eines Therapiebereichs, in die Kursleitung für Bobath oder PNF, in die Praxisanleitung für Auszubildende, in Studium und Wissenschaft mit Master oder in die eigene Praxis. Die Vergütung liegt insgesamt niedriger als in vielen Pflegeberufen, was die Fluktuation in Richtung besser zahlender Häuser und Selbstständigkeit antreibt.

Aufgaben

  • Befund erheben mit Assessments zu Gang, Gleichgewicht, Tonus und Kraft
  • Einzeltherapie zu Mobilisation, Transfer, Stand- und Gangschulung
  • Frühmobilisation von schwer betroffenen und beatmeten Patienten
  • Behandlung nach Bobath, PNF, Spiegel- und repetitivem Training
  • Einsatz von Laufband mit Gewichtsentlastung, Stehtisch und Robotik
  • Anleitung von Angehörigen zu Transfer und Eigenübungsprogramm
  • Beratung zu Hilfsmitteln wie Orthese, Rollator und Rollstuhl
  • Therapiedokumentation und Teilnahme an interdisziplinären Teambesprechungen

Voraussetzungen

  • Staatliche Prüfung als Physiotherapeut oder Bachelor Physiotherapie mit Berufszulassung
  • Bobath-Zertifikat für Erwachsene, häufig innerhalb der Probezeit nachzuholen
  • Körperliche Belastbarkeit für Transfers und Lagerungsarbeit
  • Kenntnisse neurologischer Krankheitsbilder und ihrer Verlaufsformen
  • Geduld bei langsamen Fortschritten und Rückschritten
  • Bereitschaft zu Wochenenddiensten im Rotationsplan
  • Teamfähigkeit in der Zusammenarbeit mit Pflege, Logopädie und Ergotherapie

Wo man arbeitet

  • Neurologische Rehabilitationskliniken
  • Akutkliniken mit Stroke Unit und neurologischer Frührehabilitation
  • Ambulante Praxen mit neurologischem Schwerpunkt
  • Tagesklinik und ambulante Rehabilitationszentren
  • Wohn- und Pflegeeinrichtungen für Menschen mit erworbener Hirnschädigung
  • Hausbesuche im Rahmen der Heimtherapie

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige Ausbildung zum Physiotherapeuten an einer Berufsfachschule mit staatlicher Abschlussprüfung, alternativ ein primärqualifizierendes Bachelorstudium Physiotherapie über sieben bis acht Semester. Die neurologische Spezialisierung erfolgt danach über die Anstellung in einer Fachklinik und über zertifizierte Fortbildungen, vor allem den Bobath-Grundkurs für Erwachsene. Eine eigene staatliche Fachweiterbildung Neurologie gibt es nicht.

Offene Stellen als Physiotherapeut Neurologie

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