Podologe
Podologen behandeln Füße medizinisch: Hornhaut und Nägel bei Diabetes, Neuropathie, Nagelpilz oder Fehlstellungen, häufig auf ärztliche Verordnung. Der Beruf setzt eine zweijährige Ausbildung mit staatlicher Prüfung voraus und gehört zu den geschützten Gesundheitsfachberufen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Podologe verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.500 € | 2.800 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 4.200 € | 39.600 € |
Entscheidend ist der Arbeitgeber: In Kliniken und kommunalen Häusern wird nach TVöD vergütet, meist in den Entgeltgruppen 7 bis 8, bei kirchlichen Trägern nach AVR Caritas oder AVR Diakonie - dort zählt nicht der verhandelte Betrag, sondern die anerkannte Erfahrungsstufe, die mehrere hundert Euro ausmacht. Private Praxen zahlen ohne Tarifbindung und häufig darunter, teils mit Umsatzbeteiligung; Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit entfallen in diesem Beruf fast vollständig, weil im Tagdienst gearbeitet wird, sodass das Grundentgelt dem tatsächlichen Einkommen entspricht. Deutlich höhere Einkommen sind in der Regel nur mit eigener Praxis und Kassenzulassung erreichbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Podologe?
Podologinnen und Podologen arbeiten am Fuß, und zwar nicht kosmetisch, sondern medizinisch. Der größte Teil der Arbeit betrifft Menschen mit Diabetes mellitus: Bei diabetischem Fußsyndrom mit Polyneuropathie oder Durchblutungsstörung kann eine kleine Druckstelle innerhalb von Wochen zu einem Ulkus und zur Amputation führen. Podologische Behandlung ist hier Prophylaxe im engeren Sinn. Zum Alltag gehören das Abtragen von Hyperkeratosen und Clavi, das Kürzen und Fräsen verdickter oder mykotisch veränderter Nägel, die Behandlung eingewachsener Nägel, das Anlegen von Nagelkorrekturspangen aus Draht oder Kunststoff, das Herstellen von Orthosen und Druckschutz aus Silikon sowie das Anlegen von Verbänden nach Behandlung. Dazu kommt die Inspektion des Fußes bei jedem Termin: Temperatur, Puls, Sensibilität mit dem Monofilament, Hautzustand, Schuhwerk. Wer eine Läsion findet, behandelt sie nicht selbst, sondern verweist an die Ärztin oder die Wundambulanz und dokumentiert den Befund. Beratung nimmt viel Zeit ein - zur Fußpflege zu Hause, zu geeigneten Schuhen, zu Warnzeichen. Behandelt wird auch bei Rheuma, nach Chemotherapie, bei Kindern mit Nagelproblemen und bei älteren Menschen, die ihre Füße nicht mehr erreichen.
Wie wird man Podologe?
Über eine zweijährige schulische Ausbildung an einer staatlich anerkannten Podologieschule in Vollzeit, in Teilzeit dauert sie bis zu vier Jahre. Grundlage ist das Podologengesetz; die Ausbildung umfasst rund 2.000 Stunden Theorie und 1.000 Stunden Praxis und endet mit einer staatlichen Prüfung. Erst danach darf die Berufsbezeichnung geführt werden - anders als bei der kosmetischen Fußpflege, die kein Heilberuf ist. Vorausgesetzt wird in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Die Ausbildung ist an vielen Schulen schulgeldpflichtig, was für Quereinsteiger die größte Hürde ist; Bildungsgutschein oder Aufstiegs-BAföG kommen je nach Fall infrage. Wer aus der Kosmetik oder aus einem Pflegeberuf kommt, kann Vorkenntnisse einbringen, aber keine Ausbildungsteile ersetzen. Für die Abrechnung mit den Krankenkassen ist zusätzlich eine Zulassung nach Rahmenvertrag nötig, an die Anforderungen an Räume und Hygiene geknüpft sind.
Was der Beruf verlangt
Gearbeitet wird im Tagdienst, meist ohne Wochenend-, Nacht- oder Feiertagsdienste und ohne Rufbereitschaft - das unterscheidet den Beruf deutlich von der Pflege am Bett. Belastend ist die Haltung: stundenlanges Sitzen in vorgeneigter Position, feine Arbeit mit Skalpell und Fräse, Nacken und Rücken quittieren das nach Jahren. Sehkraft, ruhige Hände und Konzentration über den ganzen Tag sind Voraussetzung. Nagel- und Hautstaub, Sprühnebel und Desinfektionsmittel machen Absaugung und Schutzausrüstung nötig; Allergien und Atemwegserkrankungen sind ein Ausschlussgrund. Der Takt ist eng: Termine von zwanzig bis vierzig Minuten, dazwischen Instrumentenaufbereitung nach Hygieneplan. Wer angestellt ist, arbeitet oft mit hoher Terminquote, wer selbstständig ist, trägt Praxis-, Geräte- und Ausfallrisiko. Emotional fordert der Umgang mit Menschen, deren Füße sich über Jahre verschlechtern und die trotz Beratung nichts ändern.
Aussichten
Die Nachfrage steigt mit der Zahl der Diabeteserkrankungen und dem Alter der Bevölkerung; Praxen und Kliniken finden schwer Personal, freie Stellen und Praxisübernahmen sind häufig. Entwicklungswege führen über Spezialisierung auf den diabetischen Fuß, Wundtherapie, Orthonyxie oder Kindersprechstunden, über die Mitarbeit in Fußambulanzen und interdisziplinären Wundzentren, über die Lehre an Podologieschulen oder in die eigene Praxis. Die Vergütung im Angestelltenverhältnis bleibt hinter der von Pflegefachkräften mit Tarifbindung zurück - wirtschaftlich attraktiv wird der Beruf meist erst mit eigener Praxis und Kassenzulassung.
Aufgaben
- Hornhaut, Clavi und Rhagaden am Fuß mit Skalpell und Fräse abtragen
- verdickte und mykotisch veränderte Nägel kürzen und bearbeiten
- eingewachsene Nägel behandeln und Nagelkorrekturspangen anlegen
- Orthosen und Druckschutz aus Silikon anfertigen
- Füße bei Diabetes und Neuropathie inspizieren und Risiken einschätzen
- Patienten zu Fußpflege, Schuhwerk und Warnzeichen beraten
- Befunde dokumentieren und mit Ärzten und Wundambulanzen abstimmen
- Instrumente nach Hygieneplan aufbereiten und Verordnungen abrechnen
Voraussetzungen
- abgeschlossene zweijährige Ausbildung mit staatlicher Prüfung nach dem Podologengesetz
- in der Regel mittlerer Schulabschluss als Zugangsvoraussetzung
- Fingerfertigkeit, gutes Sehen und Konzentration über den ganzen Arbeitstag
- Kenntnisse in Anatomie, Dermatologie und Diabetologie
- körperliche Belastbarkeit für langes Sitzen in vorgeneigter Haltung
- keine Allergien oder Atemwegserkrankungen gegenüber Staub und Desinfektionsmitteln
- für eigene Abrechnung mit Kassen eine Zulassung nach Rahmenvertrag
Wo man arbeitet
- podologische Praxis
- Praxis für Physiotherapie oder Kosmetik mit podologischer Abteilung
- diabetologische Fußambulanz
- Akutklinik und Rehabilitationsklinik
- Pflegeheim und Wohngruppen im mobilen Einsatz
- eigene Praxis
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über eine zweijährige Vollzeitausbildung an einer staatlich anerkannten Podologieschule, in Teilzeit bis zu vier Jahre, mit rund 2.000 Stunden Theorie und 1.000 Stunden Praxis. Sie endet mit der staatlichen Prüfung und der Erlaubnis, die geschützte Berufsbezeichnung Podologin oder Podologe zu führen. An vielen Schulen fällt Schulgeld an; eine Förderung über Bildungsgutschein oder Aufstiegs-BAföG ist im Einzelfall möglich.
Offene Stellen als Podologe
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Podologin / Podologe (m/w/d) für die selbständige Durchführung qualifizierter medizinischer Fußpflegebehandlungen
Verwandte Berufe
Physiotherapeut
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten behandeln Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Schmerzen und neurologischen Störungen mit Bewegungstherapie, manuellen Techniken und physikalischen Maßnahmen. Der Beruf setzt eine dreijährige Ausbildung oder ein Studium voraus und wird auf ärztliche Verordnung oder in der Prävention ausgeübt.
- Offene Stellen
- 219
- Monatsbrutto
- 2.500 – 4.600 €
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