Altenpflegefachkraft
Dreijährig examinierte Pflegefachkraft mit Schwerpunkt auf der Pflege alter Menschen, tätig in Pflegeheimen, ambulanten Diensten und im betreuten Wohnen. Übernimmt Grund- und Behandlungspflege, Pflegeplanung und die Steuerung des Pflegeprozesses.
43 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Altenpflegefachkraft verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.100 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € |
Angegeben ist das Grundentgelt ohne Zuschläge. Entscheidend ist der Träger: Kommunale und kirchliche Häuser zahlen nach TVöD-P (meist P 7 bis P 8, mit Leitungsfunktion höher), AVR Caritas oder AVR Diakonie, private Betreiber häufig nach Haustarif oder Pflegemindestlohn deutlich darunter. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Wechselschichtzulagen bringen je nach Dienstplan rund 150 bis 400 Euro monatlich zusätzlich und sind nach § 3b EStG teilweise steuerfrei; bei tariflicher Vergütung wird nicht der Betrag verhandelt, sondern die Anerkennung der Vorerfahrung in der Erfahrungsstufe.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Altenpflegefachkraft?
Die Arbeit dreht sich um Menschen, die dauerhaft Unterstützung brauchen: alte, oft mehrfach erkrankte, häufig demenziell veränderte Bewohner und Klienten. Zum Frühdienst gehören Körperpflege, Lagerung, Hilfe beim Aufstehen und Anziehen, Frühstücksbegleitung, dazu die Behandlungspflege - Medikamente stellen und verabreichen, Insulin spritzen, Blutzucker und Blutdruck kontrollieren, Verbände und Wundauflagen wechseln, Kompressionsstrümpfe anlegen, Katheter und PEG-Sonden versorgen, Absaugen. Die Fachkraft entscheidet über Pflegemaßnahmen, schreibt und aktualisiert die Pflegeplanung, führt die Dokumentation, überwacht Vitalwerte und Verlauf, meldet Veränderungen an den Hausarzt und setzt Verordnungen um. Sie leitet Pflegehelfer und Betreuungskräfte an, führt Angehörigengespräche, wirkt bei Begutachtungen zum Pflegegrad mit und begleitet Sterbende. Im ambulanten Dienst kommt die Tour dazu: mehrere Einsätze pro Stunde, allein im Auto, allein in der Wohnung, Leistungsnachweise unterschreiben lassen.
Wie wird man Altenpflegefachkraft?
Seit 2020 gibt es keine eigenständige Ausbildung zur Altenpflegerin mehr. Der Weg führt über die dreijährige generalistische Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Wer schwerpunktmäßig in der Langzeitpflege arbeiten will, kann im dritten Jahr den Vertiefungseinsatz in der stationären oder ambulanten Langzeitpflege wählen; die frühere Möglichkeit eines gesonderten Abschlusses in der Altenpflege ist entfallen. Wer vor 2020 abgeschlossen hat, führt die Bezeichnung Altenpflegerin oder Altenpfleger weiter und ist als Pflegefachkraft voll einsetzbar. Voraussetzung für die Ausbildung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit vorangehender Helferausbildung. Ausländische Abschlüsse müssen anerkannt werden, dazu gehört meist ein Sprachnachweis auf B2-Niveau. Für Pflegehelfer mit einjähriger Ausbildung ist eine verkürzte Fachausbildung möglich.
Was der Beruf verlangt
Der Dienst ist körperlich schwer: Transfers, Umlagern, Arbeiten in ungünstiger Haltung. Rücken- und Schulterbeschwerden sind verbreitet. Gearbeitet wird im Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, an Wochenenden und Feiertagen; im ambulanten Bereich ist der geteilte Dienst mit Frühtour und Abendtour üblich. Die Personaldecke ist in der Langzeitpflege dünner als in Kliniken, häufig verantwortet eine Fachkraft im Spätdienst einen ganzen Wohnbereich mit Helfern. Einspringen aus dem Frei kommt vor. Dazu kommt die emotionale Seite: Bewohner werden nicht gesund, viele stirbt man mit, aggressives Verhalten bei Demenz gehört zum Alltag. Wer Dokumentation als Nebensache ansieht, wird Schwierigkeiten haben - die Nachweispflichten gegenüber Kassen und Heimaufsicht sind umfangreich.
Aussichten
Die Nachfrage ist bundesweit hoch und wird demografisch weiter steigen; Fachkräfte in der Langzeitpflege finden praktisch überall eine Stelle und können sich den Träger aussuchen. Entwicklungswege sind die Weiterbildung zur Wohnbereichs-, Pflegedienst- oder Heimleitung, die Praxisanleitung, Fachweiterbildungen in Gerontopsychiatrie, Palliativpflege oder Wundmanagement, außerdem das Qualitätsmanagement und Beratungsaufgaben nach § 37 Abs. 3 SGB XI. Ein Wechsel in Akutklinik, Rehabilitation oder Beratungsstellen ist mit dem Fachabschluss ohne weiteres möglich.
Aufgaben
- Grundpflege, Mobilisation und Transfers bei pflegebedürftigen Menschen
- Behandlungspflege wie Medikamentengabe, Injektionen, Wundversorgung, Katheter- und Sondenpflege
- Pflegeprozess planen, steuern und evaluieren
- Pflegedokumentation und Leistungsnachweise führen
- Pflegehilfskräfte und Betreuungskräfte anleiten und einteilen
- Zusammenarbeit mit Haus- und Fachärzten, Apotheken und Therapeuten
- Angehörige beraten und in Versorgungsentscheidungen einbeziehen
- Sterbebegleitung und palliative Versorgung
Voraussetzungen
- Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung (Pflegefachfrau/Pflegefachmann) oder Altenpflegeexamen nach altem Recht
- Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung, bei ausländischen Abschlüssen die Anerkennung
- Körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und langes Stehen
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
- Sicheres Deutsch in Wort und Schrift, mindestens B2 für die Dokumentation
- Führerschein Klasse B für den ambulanten Einsatz
- Erweitertes Führungszeugnis und Nachweise zum Impfstatus je nach Träger
Wo man arbeitet
- Stationäre Pflegeheime und Altenzentren
- Ambulante Pflegedienste
- Betreutes Wohnen und Wohngruppen für Menschen mit Demenz
- Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtungen
- Geriatrische und geriatrisch-rehabilitative Kliniken
- Hospize und Palliativeinrichtungen
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über die dreijährige generalistische Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann; im dritten Jahr kann der Vertiefungseinsatz in der stationären oder ambulanten Langzeitpflege gewählt werden. Die Ausbildung ist vergütet und wechselt zwischen Pflegeschule und Praxiseinsätzen. Für Pflegehelfer mit einjähriger Ausbildung und für Personen mit anerkanntem ausländischem Abschluss sind Verkürzungen beziehungsweise Anpassungsqualifizierungen möglich.
Offene Stellen als Altenpflegefachkraft
In der Suche fortsetzenAltenpflegefachkraft (m/w/d)
Altenpflegefachkraft (m/w/d)
Altenpflegefachkraft (m/w/d)
Altenpflegefachkraft (m/w/d)
Altenpflegefachkraft (m/w/d)
Altenpflegefachkraft (m/w/d)
Altenpflegefachkraft (m/w/d)
Verwandte Berufe
Pflegedienstleitung
Die Pflegedienstleitung verantwortet die pflegerische Organisation einer Einrichtung: Personaleinsatz, Dienstplanung, Pflegequalität und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Sie ist Führungskraft und bleibt fachlich in der Pflege verankert.
- Offene Stellen
- 98
- Monatsbrutto
- 3.600 – 6.800 €
Bewerbung und Einstieg
- Gespräch und Hospitationstag: die Bewerbung in der Pflege In der Pflege entscheidet nicht das Gespräch, sondern der Tag danach. Was der Hospitations...
- Der Quereinstieg in die Pflege Die Pflege sucht Personal wie kaum ein anderes Feld – aber nicht jede Tätigkeit steht ohne...
- Der Lebenslauf in der Pflege: welche Angaben hineingehören Pflegelebensläufe werden nach Setting, Größenordnung und Verfahren gelesen. Welche Angaben...