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Altenpflege & Seniorenbetreuung

Altenpfleger / Pflegefachkraft

Pflegefachkräfte in der Altenpflege versorgen ältere Menschen im Pflegeheim, in Wohngruppen oder im ambulanten Dienst - von der Grundpflege über Medikamentengabe und Wundversorgung bis zur Pflegeplanung. Seit 2020 führt der Weg über die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann.

218 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Altenpfleger / Pflegefachkraft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €

Entscheidend ist der Träger: Kommunale Häuser zahlen nach TVöD-P (Fachkräfte meist P 7, mit Zusatzaufgaben höher), kirchliche nach AVR Caritas oder AVR Diakonie, private Betreiber oft nach Haustarif deutlich darunter - seit 2022 gilt aber eine Tariforientierungspflicht in der Langzeitpflege. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Wechselschichtzulagen kommen je nach Dienstplan mit etwa 150 bis 500 Euro monatlich hinzu und sind in Grenzen steuerfrei; bei tariflicher Vergütung wird nicht der Betrag verhandelt, sondern die Anerkennung der Vorerfahrung für die Stufe.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft in der Altenpflege?

Die Arbeit beginnt meist im Frühdienst mit der Übergabe: Wer hat schlecht geschlafen, wer hat Fieber, bei wem hat sich der Allgemeinzustand verändert. Danach folgt die Versorgung der zugeteilten Bewohner - Unterstützung beim Aufstehen, Waschen, Ankleiden, Transfer aus dem Bett in den Rollstuhl, Kontinenzversorgung, Hilfe beim Essen und Trinken. Parallel läuft die Behandlungspflege, die der Fachkraft vorbehalten ist: Medikamente stellen und verabreichen, Insulin und Blutzucker, subkutane Injektionen, Wundversorgung und Verbandwechsel, Katheter- und Stomaversorgung, PEG-Sonden, Vitalzeichenkontrolle. Dazu kommen Arztkontakte, Bestellungen in der Apotheke, Angehörigengespräche und die Pflegedokumentation nach dem strukturierten Informationssammlungsmodell.

Der Kern des Fachkraftanteils liegt in der Steuerung: Pflegeprozesse planen, Risiken für Sturz, Dekubitus und Mangelernährung einschätzen, Maßnahmen anpassen, Pflegegrade vorbereiten und die Arbeit der Pflegehilfskräfte anleiten. Im ambulanten Dienst ändert sich der Rahmen deutlich - dort wird eine Tour mit dem Dienstwagen gefahren, allein entschieden und minutengenau nach Leistungskomplexen abgerechnet. In der Wohngruppe steht die Alltagsbegleitung stärker im Vordergrund, in der stationären Langzeitpflege die Versorgung vieler Menschen mit Demenz und hoher Pflegebedürftigkeit.

Wie wird man Pflegefachkraft in der Altenpflege?

Seit 2020 gilt das Pflegeberufegesetz. Die dreijährige Ausbildung führt zum Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann; die frühere eigenständige Altenpflegeausbildung gibt es nicht mehr. Wer die Langzeitpflege zum Schwerpunkt machen will, wählt im dritten Ausbildungsjahr die entsprechende Vertiefung. Wer vor 2020 abgeschlossen hat, behält die Bezeichnung Altenpflegerin oder Altenpfleger und ist als Pflegefachkraft eingesetzt. Voraussetzung ist in der Regel der mittlere Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit vorheriger Helferausbildung. Daneben existiert die ein- bis zweijährige Ausbildung zum Pflegefachassistenten oder Pflegehelfer, die aber keine Vorbehaltsaufgaben abdeckt und deutlich anders eingruppiert wird. Quereinsteiger können die Ausbildung verkürzt absolvieren, wenn Vorerfahrung oder eine Helferausbildung anerkannt wird; die Umschulung wird häufig von der Arbeitsagentur gefördert.

Was der Beruf verlangt

Schichtdienst mit Frühdienst, Spätdienst und Nachtdienst, Wochenend- und Feiertagsarbeit, in der stationären Pflege fast überall. Im Nachtdienst betreut eine Fachkraft oft einen ganzen Wohnbereich oder mehrere. Die körperliche Belastung ist hoch: Heben, Umlagern, Arbeiten in gebeugter Haltung, Rückenprobleme sind der häufigste Grund für lange Ausfälle. Dazu kommt die psychische Seite - Sterbebegleitung, aggressives Verhalten bei Demenz, das Gefühl, für die einzelnen Menschen zu wenig Zeit zu haben. Personalmangel ist in der Langzeitpflege Alltag, Einsprünge aus dem Frei und kurzfristige Dienstplanänderungen sind verbreitet, die Fluktuation entsprechend hoch. Verlässlich sind die Verantwortung und die Dokumentationspflicht, die unabhängig von der Besetzung bestehen bleiben.

Aussichten

Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem und wird demografisch weiter steigen; eine examinierte Fachkraft findet in jeder Region eine Stelle und kann den Arbeitgeber wählen. Entwicklungswege führen über Weiterbildungen in Palliativpflege, Gerontopsychiatrie, Wundmanagement oder Praxisanleitung, über die Verantwortliche Pflegefachkraft nach § 71 SGB XI in die Wohnbereichs- und Pflegedienstleitung oder über ein Studium in Pflegemanagement und Pflegewissenschaft. Auch der Wechsel zwischen stationärer Langzeitpflege, ambulantem Dienst, Beratung bei Kassen und Medizinischem Dienst oder Klinik ist mit dem Abschluss möglich.

Aufgaben

  • Grund- und Behandlungspflege im Früh-, Spät- und Nachtdienst
  • Medikamente stellen, verabreichen und dokumentieren
  • Wundversorgung, Verbandwechsel, Injektionen, Blutzucker- und Insulinmanagement
  • Pflegeplanung, Risikoeinschätzung und Pflegedokumentation führen
  • Sonden-, Katheter- und Stomaversorgung
  • Anleitung und Einteilung von Pflegehilfskräften und Auszubildenden
  • Zusammenarbeit mit Haus- und Facharzt, Apotheke und Therapeuten
  • Angehörigengespräche, Sterbebegleitung und Vorbereitung von Pflegegradbegutachtungen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder frühere Altenpflege-Examen
  • Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung, bei ausländischem Abschluss Anerkennung
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und langes Stehen
  • Sicherheit in Dokumentation und EDV-gestützter Pflegesoftware
  • Gute Deutschkenntnisse, meist mindestens B2
  • Für den ambulanten Dienst Führerschein Klasse B

Wo man arbeitet

  • Stationäre Pflegeheime und Seniorenzentren
  • Ambulante Pflegedienste
  • Betreute Wohngruppen und Demenz-Hausgemeinschaften
  • Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtungen
  • Geriatrische Abteilungen und Rehakliniken

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz mit Vertiefung in der Langzeitpflege im dritten Jahr. Zugang bietet in der Regel der mittlere Schulabschluss, mit Hauptschulabschluss über eine vorgeschaltete Pflegehelferausbildung. Quereinsteiger mit Vorerfahrung oder Helferabschluss können die Ausbildung verkürzen; Umschulungen werden häufig gefördert.

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