Was macht eine Krankenschwester mit Firmenwagen?
Die Bezeichnung meint in der Praxis fast immer eine examinierte Pflegefachkraft im ambulanten Dienst. Wer Menschen in ihrer Wohnung versorgt, braucht ein Fahrzeug, und dieses stellt in der Regel der Arbeitgeber: ein Kleinwagen mit Pflegedienst-Logo, Tankkarte und Tourenplan. Manche Träger erlauben die private Nutzung oder überlassen das Fahrzeug samt Heimfahrt, andere nicht - das ist Verhandlungssache und steht im Arbeitsvertrag, nicht im Tarifwerk.
Der Arbeitstag besteht aus einer Tour mit acht bis sechzehn Einsätzen. Dazu gehören Grundpflege, Kompressionsverbände, Wundversorgung nach Verordnung, Insulingabe und Blutzuckermessung, Medikamentengabe und -stellung, Katheter- und Portversorgung, Absaugen, PEG-Versorgung. Dazwischen liegt das Fahren, das Suchen von Parkplätzen und das Tragen der Tasche in vierte Stockwerke ohne Aufzug. Die Dokumentation läuft meist über ein Tablet oder Smartphone direkt beim Patienten. Hinzu kommt Angehörigenberatung, Kontakt zu Hausärzten und Apotheken sowie die Mitarbeit an Pflegeplanungen und Begutachtungen.
Der Unterschied zur Station ist die Alleinverantwortung. In der Wohnung ist niemand da, mit dem sich eine Einschätzung eben kurz besprechen lässt. Wer eine Verschlechterung übersieht, merkt es erst am nächsten Tag.
Wie wird man Krankenschwester mit Firmenwagen?
Grundlage ist die dreijährige Pflegeausbildung. Seit 2020 gilt das Pflegeberufegesetz, der Abschluss heißt Pflegefachfrau oder Pflegefachmann; im dritten Jahr ist eine Vertiefung in der ambulanten Akut- und Langzeitpflege möglich. Wer früher als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Altenpflegerin abgeschlossen hat, behält die Berufsbezeichnung und arbeitet gleichwertig. Ein Führerschein der Klasse B ist zwingend und praktisch die zweite Zulassungsbedingung neben der Berufsurkunde. Quereinstieg in die Tätigkeit ohne Examen gibt es nur als Pflegehilfskraft - dann fallen die Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG weg, damit ein großer Teil der Behandlungspflege, und die Bezahlung liegt deutlich niedriger.
Was der Beruf verlangt
Gearbeitet wird im geteilten Dienst: Frühtour ab etwa sechs Uhr, Spättour am Abend, dazwischen oft eine unbezahlte Pause, die den Tag lang macht. Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu, meist im Wechsel jedes zweite Wochenende. Nachtdienste sind seltener als im Krankenhaus, Rufbereitschaft kommt bei manchen Trägern vor. Der Zeitdruck ist hoch, weil die Leistungen minutengenau abgerechnet werden und die Tour trotzdem im Verkehr steht. Körperlich belastend sind Heben ohne Hilfsmittel, ungünstige Betthöhen und enge Bäder. Dazu kommen Winterglätte, Hundebisse, verwahrloste Wohnungen und Angehörige, die etwas anderes erwarten als das, was verordnet ist. Die Fluktuation in ambulanten Diensten ist hoch.
Aussichten
Die Nachfrage ist unverändert groß und wächst, weil die Versorgung in der eigenen Wohnung politisch und persönlich bevorzugt wird. Ambulante Dienste finden kaum Fachkräfte, examinierte Bewerber können auswählen und über Tourenzuschnitt, Dienstwagenregelung und Arbeitszeitmodell verhandeln. Entwicklungswege führen über die Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft nach § 71 SGB XI in die Pflegedienstleitung, weiter in die Wundexpertise nach ICW, in die außerklinische Intensivpflege, in die Palliativversorgung oder in Pflegeberatung nach § 7a SGB XI.