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OP- & Funktionsdienst

Operationstechnischer Assistent

Operationstechnische Assistenten bereiten Operationen vor, instrumentieren am Tisch und übernehmen die Springertätigkeit im OP. Der Beruf beruht auf einer dreijährigen staatlich anerkannten Ausbildung nach dem ATA-OTA-Gesetz.

22 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Operationstechnischer Assistent verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.200 € 3.500 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.700 € 4.100 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.400 € 5.400 € 52.800 €

Angegeben ist das Grundentgelt ohne Zuschläge; im TVöD-P liegen OTA meist in P7 oder P8, an Universitätskliniken gilt der TV-L, bei kirchlichen Häusern die AVR Caritas oder AVR Diakonie. Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft sowie Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge bringen je nach Diensteinteilung meist 150 bis 500 Euro monatlich zusätzlich. Verhandelt wird bei Tarifbindung nicht der Betrag, sondern die Stufe: Werden Vorjahre im OP anerkannt, macht das mehrere hundert Euro im Monat aus, private Träger mit Haustarif zahlen teils deutlich darunter, in Mangelregionen mit Zulagen auch darüber.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Operationstechnischer Assistent?

Operationstechnische Assistenten arbeiten im Operationsdienst und sind für den technisch-organisatorischen Ablauf einer Operation zuständig. Vor dem Eingriff richten sie den Saal ein, stellen die benötigten Instrumentensiebe, Implantate und Einmalmaterialien zusammen, prüfen Geräte wie Hochfrequenzchirurgie, Sauger, Mikroskop oder Turm für minimalinvasive Eingriffe und kontrollieren die Sterilität der Verpackungen. Sie übernehmen die Patientenübernahme aus der Schleuse, kontrollieren Identität und geplanten Eingriff, lagern gemeinsam mit dem Team die Patienten und decken das Operationsgebiet ab.

Während der Operation instrumentieren sie steril am Tisch: Sie reichen Instrumente an, führen Fäden und Nahtmaterial zu, halten den Überblick über das Vorgehen und antizipieren den nächsten Schritt. In der Springerrolle arbeiten sie unsteril, öffnen Material, dokumentieren, bedienen Geräte, führen die Zähl- und Vollständigkeitskontrolle von Instrumenten, Tupfern und Nadeln durch und versorgen Präparate für die Pathologie. Nach dem Eingriff folgen Entsorgung, Instrumentenaufbereitung beziehungsweise Übergabe an die Sterilgutversorgung, Saalreinigung und Vorbereitung des nächsten Programms. Dazu kommen Dokumentation im OP-Programm, Chargenerfassung von Implantaten und Mitarbeit an Hygiene- und Materialstandards. Ein Teil der OTA arbeitet auch in Endoskopie, Ambulanz oder Zentralsterilisation.

Wie wird man Operationstechnischer Assistent?

Der Weg führt über eine dreijährige Ausbildung an einer Schule, die einem Krankenhaus angeschlossen ist. Seit 2022 ist sie bundeseinheitlich im ATA-OTA-Gesetz geregelt; zuvor beruhte sie auf einer Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Der Abschluss lautet Operationstechnische Assistentin beziehungsweise Operationstechnischer Assistent und ist staatlich anerkannt. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Ausbildung ist vergütet und wechselt zwischen Theorieblöcken und Einsätzen in den chirurgischen Fachabteilungen, der Anästhesie, der Endoskopie, der Ambulanz und der Sterilgutaufbereitung.

Ein zweiter Weg ist die Fachweiterbildung Operationsdienst für Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, die nach dem Examen in den OP wechseln. Beide Qualifikationen arbeiten am Tisch gleichwertig; OTA sind jedoch kein Pflegeberuf nach dem Pflegeberufegesetz und dürfen die dort vorbehaltenen Pflegeaufgaben nicht übernehmen. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist im OP nicht möglich, allenfalls als OP-Assistenz für Zuarbeiten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend im Stehen statt, oft über Stunden in derselben Haltung, mit Bleischürze bei Durchleuchtung und in wechselnder Saaltemperatur. Konzentration ist über den ganzen Eingriff gefordert, Fehler bei Zählkontrolle oder Sterilität haben unmittelbare Folgen. Der Ton im Saal kann bei Komplikationen knapp und scharf werden.

Regeldienst ist meist Frühdienst mit Spätdiensten, dazu kommen Bereitschaftsdienste und Rufbereitschaft für Notfälle, in Häusern mit durchgehendem Betrieb auch Nachtschichten. Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu. Überstunden entstehen, wenn Programme überziehen. Personalengpässe im Funktionsdienst sind verbreitet und führen zu kurzfristigen Diensteinteilungen und Absagen freier Tage.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil, weil Operationssäle ohne besetzte Instrumentierplätze nicht laufen und viele Häuser Stellen dauerhaft nicht füllen können. Ein Wechsel zwischen Kliniken ist entsprechend leicht. Entwicklungswege führen über die Spezialisierung auf ein Fachgebiet wie Herzchirurgie, Neurochirurgie oder Traumatologie, über Aufgaben als Praxisanleiter, in die Sterilgutversorgung mit Fachkundelehrgängen, in das OP-Management oder in die Saal- und Fachbereichsleitung. Auch Industriepositionen im medizintechnischen Vertrieb und in der Anwendungsberatung sind üblich.

Aufgaben

  • Operationssäle einrichten, Instrumentensiebe und Implantate bereitstellen
  • steril am Tisch instrumentieren und den Operationsablauf antizipieren
  • Springertätigkeit übernehmen, Material öffnen und Geräte bedienen
  • Patienten übernehmen, Identität prüfen und beim Lagern und Abdecken mitarbeiten
  • Zähl- und Vollständigkeitskontrolle von Instrumenten, Tupfern und Nadeln durchführen
  • Präparate versorgen und für die Pathologie kennzeichnen
  • OP-Dokumentation, Chargenerfassung und Materialbestellung erledigen
  • Instrumente entsorgen, aufbereiten oder an die Sterilgutversorgung übergeben

Voraussetzungen

  • abgeschlossene dreijährige Ausbildung nach dem ATA-OTA-Gesetz oder Fachweiterbildung Operationsdienst als Pflegefachkraft
  • mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung als Zugang zur Ausbildung
  • Verständnis für Hygiene, Sterilität und aseptisches Arbeiten
  • Konzentrationsfähigkeit über lange Eingriffe hinweg
  • körperliche Belastbarkeit für langes Stehen, Bleischürze und schwere Instrumentensiebe
  • Bereitschaft zu Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Wochenend- und Feiertagsdiensten
  • Nachweis über Masernschutz und arbeitsmedizinische Vorsorge

Wo man arbeitet

  • Operationsabteilungen von Akutkrankenhäusern und Universitätskliniken
  • ambulante Operationszentren und Praxiskliniken
  • Endoskopie- und Funktionsabteilungen
  • Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung
  • Herzkatheter- und Hybridsäle

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin oder zum Operationstechnischen Assistenten an einer krankenhausnahen Schule, seit 2022 bundeseinheitlich im ATA-OTA-Gesetz geregelt und mit staatlich anerkanntem Abschluss. Theorieblöcke wechseln mit Praxiseinsätzen in den chirurgischen Fachabteilungen, der Anästhesie, der Ambulanz und der Sterilgutaufbereitung. Alternativ führt die zweijährige Fachweiterbildung Operationsdienst examinierte Pflegefachkräfte in denselben Arbeitsbereich.

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Offene Stellen
3
Monatsbrutto
2.900 – 4.900 €

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