Was macht eine operationstechnische Assistenz?
Die Arbeit beginnt vor dem ersten Schnitt. OTA richten den Saal für das geplante Programm ein, kontrollieren Siebe und Implantate auf Vollständigkeit und Sterilität, prüfen Geräte wie Hochfrequenzchirurgie, Sauger, Insufflator oder Turm für laparoskopische Eingriffe und decken den Instrumententisch steril ab. Während der Operation instrumentieren sie: Sie reichen an, antizipieren den nächsten Schritt, halten die Übersicht über Nadeln, Tupfer und Kompressen und führen die Zählkontrolle vor Verschluss der Wunde. In der Rolle der Springerin oder des Springers arbeiten sie unsteril, öffnen Materialien, dokumentieren, holen nach, lagern gemeinsam mit dem Team, richten Blutsperren und Bildwandler ein und sind Verbindung zwischen Saal und Umfeld.
Dazu kommen Aufgaben, die außerhalb der Schnittzeit liegen: Präparate beschriften und weiterleiten, OP-Dokumentation im System führen, Instrumente der Aufbereitung zuführen, Nachbereitung und Umrüsten des Saals für den Folgeeingriff. Viele OTA arbeiten zusätzlich in der Endoskopie, der Ambulanz, der Zentralsterilisation oder der Anästhesiepflege mit. In großen Häusern ist der Einsatz nach Fachgebieten organisiert, in kleineren wird quer über Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie, Gynäkologie und Urologie hinweg gearbeitet.
Wie wird man operationstechnische Assistenz?
Der Weg führt über eine dreijährige Ausbildung nach dem ATA-OTA-Gesetz, das seit dem 1. Januar 2022 gilt und die frühere DKG-Empfehlung abgelöst hat. Der Abschluss ist die staatlich geschützte Berufsbezeichnung Operationstechnische Assistentin oder Operationstechnischer Assistent, die Ausbildung erfolgt an einer Schule in Anbindung an eine Klinik mit praktischen Einsätzen in OP, Zentralsterilisation, Endoskopie, Ambulanz und auf einer Pflegestation. Zugang bietet ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung.
Pflegefachpersonen können auch über die Fachweiterbildung Operationsdienst in den OP wechseln; sie arbeiten dort mit gleicher Tätigkeit, aber anderer Berufsbezeichnung. Ein echter Quereinstieg ohne Qualifikation ist im Instrumentierdienst nicht möglich, wohl aber als Saalhilfe oder OP-Assistenzkraft für Lagerung, Transport und Reinigung.
Was der Beruf verlangt
Stehen, und zwar lange. Eingriffe über mehrere Stunden werden am Tisch durchgehalten, oft in Zwangshaltung, unter Bleischürze bei Durchleuchtung, im OP-Klima mit Maske und Haube. Konzentration lässt sich nicht abgeben: Eine falsch gereichte Klemme oder ein nicht wiedergefundener Tupfer hat unmittelbare Folgen. Notfälle unterbrechen jede Planung, das Programm läuft selten wie geschrieben, Überstunden entstehen durch Verlängerungen am späten Nachmittag.
Der Dienst ist meist Frühdienst mit Spätdienstanteilen, dazu Bereitschaftsdienst oder Rufbereitschaft nachts, am Wochenende und an Feiertagen; Häuser mit Traumaversorgung oder Transplantationsprogramm haben durchgehende Nachtschichten. Die Zusammenarbeit ist eng und hierarchisch geprägt, der Umgangston in manchen Sälen rau. Belastend sind außerdem der Personalmangel im Funktionsdienst und die daraus folgende Dichte an Bereitschaftsdiensten.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und übersteigt in vielen Regionen das Angebot deutlich, weil Kliniken OP-Kapazitäten nur mit besetztem Funktionsdienst fahren können. Wer die Ausbildung abschließt, findet in der Regel ohne Suchaufwand eine Stelle, auch mit Wahl des Fachgebiets. Entwicklungswege führen über die Spezialisierung auf Herzchirurgie, Neurochirurgie oder Robotik, über die Zentralsterilisation mit Fachkunde nach DGSV, über Praxisanleitung und OP-Koordination bis zur Leitung des OP-Funktionsdienstes. Studiengänge im Bereich OP-Management oder Pflegemanagement stehen mit Berufserfahrung offen.