Pflegefachkraft ambulante Pflege
Pflegefachkräfte in der ambulanten Pflege versorgen Menschen in deren eigener Wohnung – von der Grundpflege über Wundversorgung und Medikamentengabe bis zur Beratung von Angehörigen. Gearbeitet wird allein auf Tour, mit festem Zeitfenster pro Einsatz.
16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft ambulante Pflege verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.100 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.100 € | 4.900 € | 49.200 € |
Entscheidend ist der Träger: Sozialstationen nach AVR Caritas oder AVR Diakonie und kommunale Dienste nach TVöD-P (meist P 7 bis P 9) zahlen deutlich mehr als private Dienste mit Haustarif, und beides gibt es am selben Ort; bei Tarifbindung wird nicht der Betrag verhandelt, sondern die Stufe – die Anerkennung von Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro im Monat aus. Nachtzuschläge entfallen in der ambulanten Pflege meist, dafür kommen Sonn- und Feiertagszuschläge, Zulagen für geteilte Dienste, Einspringprämien sowie ein Dienstwagen oder eine Kilometerpauschale hinzu, zusammen üblicherweise 100 bis 350 Euro monatlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft in der ambulanten Pflege?
Die Arbeit ist in Touren organisiert. Eine Frühtour beginnt meist zwischen 6 und 7 Uhr und umfasst je nach Dienst zwölf bis über zwanzig Einsätze, jeder mit einer kalkulierten Zeit zwischen zehn Minuten und einer Stunde. Im Einsatz stehen Körperpflege, Transfer und Lagerung, das Anlegen von Kompressionsstrümpfen, Insulingabe und Blutzuckermessung, Verbandwechsel, Katheter- und Stomaversorgung, das Richten und Verabreichen von Medikamenten, Absaugen und Sondenkost. Dazu kommt die Beobachtung: Wer denselben Menschen dreimal täglich sieht, bemerkt Veränderungen früh und entscheidet, ob der Hausarzt informiert oder ein Krankentransport gerufen wird.
Ein erheblicher Teil der Tätigkeit ist Dokumentation und Abrechnung. Leistungskomplexe nach SGB XI und Verordnungen nach SGB V müssen korrekt erfasst werden, sonst zahlt die Kasse nicht. Beratungseinsätze nach § 37 Abs. 3 SGB XI, Pflegeplanung, Anleitung von Angehörigen und Abstimmung mit Ärzten, Sanitätshäusern und Apotheken gehören dazu. Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG – Erhebung des Pflegebedarfs, Planung und Steuerung des Prozesses, Bewertung der Ergebnisse – dürfen ausschließlich Pflegefachkräfte übernehmen; Hilfskräfte fahren eigene Touren mit anderem Leistungsspektrum.
Wie wird man Pflegefachkraft in der ambulanten Pflege?
Grundlage ist die dreijährige generalistische Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Die ambulante Pflege ist dort Pflichteinsatz, ein Vertiefungseinsatz ist möglich. Wer vor 2020 als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Altenpfleger abgeschlossen hat, behält die Berufsbezeichnung und arbeitet gleichgestellt. Der Wechsel aus Klinik oder Heim in einen ambulanten Dienst ist jederzeit möglich und häufig; eingearbeitet wird durch Mitfahren auf den Touren, meist ein bis drei Wochen. Ein Führerschein Klasse B ist praktisch überall Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Gearbeitet wird geteilt: Frühtour, mehrstündige Pause, Spättour. Wochenend- und Feiertagsdienste sind Regel, meist im Wechsel jedes zweite Wochenende. Nachtdienste gibt es in der Regel nicht, dafür in vielen Diensten Rufbereitschaft. Die Zeitvorgaben pro Einsatz sind knapp kalkuliert, Verkehr und Parkplatzsuche gehen zulasten der Pflegezeit. Körperlich belastend sind Transfers in Wohnungen ohne Pflegebett und ohne Hilfsmittel, dazu Treppen. Die Alleinarbeit bedeutet: Entscheidungen fallen ohne Rücksprache, bei einem Sturz oder einer Verschlechterung steht niemand daneben. Manche schätzen genau das, andere vermissen das Team. Hinzu kommen Konflikte mit Angehörigen, verwahrloste Wohnungen, Hunde, Zeitdruck und ein Krankenstand, der Touren regelmäßig umverteilt und Einspringen an freien Tagen zur Gewohnheit macht.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst, weil ambulant vor stationär politisch gewollt ist und die Zahl der Pflegebedürftigen zu Hause steigt. Wer examiniert ist, findet in praktisch jeder Region kurzfristig eine Stelle und kann Arbeitszeitmodelle mitbestimmen; Teilzeit ist verbreitet. Entwicklungswege führen über die Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft nach § 71 SGB XI in die Pflegedienstleitung, über Qualifikationen in Wundmanagement, Palliative Care, außerklinischer Intensivpflege oder Pflegeberatung in Spezialdienste, über Praxisanleitung in die Ausbildung. Die außerklinische Intensivpflege in 1:1-Betreuung ist ein eigener, besser bezahlter Zweig.
Aufgaben
- Grund- und Behandlungspflege in der Wohnung der Klienten
- Verbandwechsel, Wundversorgung und Kompressionstherapie
- Medikamente stellen und verabreichen, Insulingabe, Blutzuckerkontrolle
- Katheter-, Stoma- und PEG-Versorgung, Absaugen
- Pflegebedarf erheben, Pflegeplanung erstellen und anpassen
- Leistungen dokumentieren und abrechnungsfähig erfassen
- Angehörige anleiten und Beratungseinsätze nach § 37 Abs. 3 SGB XI durchführen
- Zusammenarbeit mit Hausärzten, Apotheken und Sanitätshäusern
Voraussetzungen
- Abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann beziehungsweise nach altem Recht in der Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpflege
- Führerschein Klasse B
- Fähigkeit, allein zu arbeiten und Situationen ohne Rücksprache einzuschätzen
- Bereitschaft zu geteilten Diensten, Wochenend- und Feiertagsarbeit
- Körperliche Belastbarkeit für Transfers und Treppen
- Sorgfalt bei Dokumentation und Leistungserfassung
- Nachweis über Masernschutz und in der Regel erweitertes Führungszeugnis
Wo man arbeitet
- Ambulante Pflegedienste
- Sozialstationen kirchlicher Träger
- Häusliche Umgebung der Klienten
- Betreutes Wohnen und Wohngemeinschaften
- Dienste der außerklinischen Intensivpflege
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige generalistische Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz mit staatlicher Prüfung und dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Die ambulante Versorgung ist Pflichteinsatz der Ausbildung, ein Vertiefungseinsatz dort ist möglich. Ein Wechsel aus Klinik oder Pflegeheim ist ohne Zusatzqualifikation möglich; eingearbeitet wird durch Mitfahren auf den Touren.
Offene Stellen als Pflegefachkraft ambulante Pflege
In der Suche fortsetzenPflegefachkraft ambulante Pflege (m/w/d)
Pflegefachkraft (m/w/d) ambulante Pflege | Praxisanleitung willkommen | 35 Urlaubstage
Pflegefachkraft ambulante Pflege (m/w/d)
Pflegefachkraft (m/w/d) ambulante Pflege in Hoyerswerda
Pflegefachkraft ambulante Pflege (m/w/d)
Pflegefachkraft ambulante Pflege (m/w/d)
Pflegefachkraft ambulante Pflege (m/w/d)
Verwandte Berufe
Pflegedienstleitung
Die Pflegedienstleitung verantwortet die pflegerische Organisation einer Einrichtung: Personaleinsatz, Dienstplanung, Pflegequalität und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Sie ist Führungskraft und bleibt fachlich in der Pflege verankert.
- Offene Stellen
- 98
- Monatsbrutto
- 3.600 – 6.800 €
Bewerbung und Einstieg
- Gespräch und Hospitationstag: die Bewerbung in der Pflege In der Pflege entscheidet nicht das Gespräch, sondern der Tag danach. Was der Hospitations...
- Der Quereinstieg in die Pflege Die Pflege sucht Personal wie kaum ein anderes Feld – aber nicht jede Tätigkeit steht ohne...
- Der Lebenslauf in der Pflege: welche Angaben hineingehören Pflegelebensläufe werden nach Setting, Größenordnung und Verfahren gelesen. Welche Angaben...