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Gesundheits- & Krankenpflege

Pflegefachkraft Wundexperte

Pflegefachkräfte mit Weiterbildung zum Wundexperten versorgen chronische und komplexe Wunden, wählen Verbandstoffe aus und dokumentieren den Heilungsverlauf. Sie arbeiten in Kliniken, ambulanten Diensten und spezialisierten Wundzentren, meist beratend und angeleitend für das Pflegeteam.

21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pflegefachkraft Wundexperte verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.500 € 3.800 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 3.950 € 4.300 € 47.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 4.400 € 5.000 € 52.800 €

Maßgeblich ist meist der Tarifvertrag des Trägers: im TVöD-P liegen Pflegefachkräfte in P 7 bis P 9, mit anerkannter Zusatzqualifikation oder Stabsstelle Wundmanagement auch höher; vergleichbar AVR Caritas, AVR Diakonie und TV-L an Universitätskliniken. Private Träger mit Haustarif zahlen häufig weniger. Verhandelt wird bei Tarifbindung nicht der Betrag, sondern die Stufe - anerkannte Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro monatlich aus. Wundexperten arbeiten überwiegend im Tagdienst, dadurch fallen die in der Pflege üblichen steuerfreien Nacht- und Sonntagszuschläge von oft 200 bis 500 Euro monatlich weitgehend weg; wer die Rolle zusätzlich zum Schichtdienst ausübt, behält sie.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft mit Weiterbildung Wundexperte?

Im Zentrum steht die Versorgung chronischer Wunden: Ulcus cruris venosum und arteriosum, diabetisches Fußsyndrom, Dekubitus, sekundär heilende Operationswunden, Tumorwunden. Zum Alltag gehören Verbandwechsel unter aseptischen Bedingungen, Wundbeurteilung nach Größe, Tiefe, Exsudat, Wundrand und Umgebung, Fotodokumentation mit Maßstab, Auswahl der Wundauflage nach Heilungsphase, Kompressionstherapie beim venösen Ulcus, Débridement im Rahmen der ärztlichen Anordnung sowie Schmerzmanagement vor und während des Verbandwechsels.

Ein großer Teil der Arbeit ist nicht die Wunde selbst, sondern das Drumherum: Ernährungsstatus, Blutzuckereinstellung, Druckentlastung, Mobilisation, Schuhversorgung, Rauchen, Hautpflege. Wundexperten beraten Patienten und Angehörige, schulen Kollegen auf der Station oder in der Tour, prüfen Standards, verhandeln mit Sanitätshäusern über Hilfsmittel und stimmen sich mit Ärzten, Diabetologen, Gefäßchirurgen und Podologen ab. In vielen Häusern ist die Rolle eine Stabsstelle oder ein Konsildienst, der auf Anforderung zu den Stationen geht. In ambulanten Diensten ist es häufiger eine Doppelrolle: reguläre Tour plus Wundvisiten.

Wie wird man Wundexperte?

Voraussetzung ist eine abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung - heute Pflegefachfrau oder Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, früher Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege. Darauf setzt eine Weiterbildung auf, üblich sind die Kurse nach den Standards der Initiative Chronische Wunden (ICW) in Kooperation mit Zertifizierungsstellen: Wundexperte ICW mit rund 56 Unterrichtsstunden plus Prüfung, danach optional Wundtherapeut und Pflegetherapeut Wunde ICW mit deutlich größerem Umfang. Auch TÜV-zertifizierte Wundmanager-Kurse sind verbreitet. Die Zertifikate müssen regelmäßig durch Rezertifizierung erneuert werden, üblich sind Fortbildungspunkte innerhalb von fünf Jahren. Voraussetzung für den Kurs ist meist Berufserfahrung, viele Arbeitgeber übernehmen Kosten und Freistellung. Ohne Pflegeexamen ist der Weg verschlossen: Wundversorgung ist Behandlungspflege und fällt in den Vorbehaltsbereich der Fachkraft.

Was der Beruf verlangt

Wundversorgung ist körperlich und sinnlich fordernd. Geruch, Exsudat, Nekrosen, Maden bei der Biochirurgie, Schmerzäußerungen der Patienten - das lässt sich nicht wegdelegieren. Viele Verläufe ziehen sich über Monate oder Jahre, manche Wunden heilen nie, und die Aufgabe verschiebt sich dann auf Erhaltung und Symptomkontrolle. Wer schnelle Erfolge braucht, wird enttäuscht.

Die Arbeit findet überwiegend im Tagdienst statt, in Konsildiensten und Wundambulanzen oft ohne Nachtdienst. Wer die Rolle zusätzlich zur Stationstätigkeit ausübt, bleibt im Schichtdienst mit Wochenend- und Feiertagsarbeit. Im ambulanten Dienst kommen Fahrzeiten, Wetter und beengte Verhältnisse in Wohnungen dazu. Reibung entsteht regelmäßig an der Schnittstelle zur Ärzteschaft, an Kostenträgerfragen und an Kollegen, die den empfohlenen Standard aus Zeitmangel nicht umsetzen.

Aussichten

Die Zahl chronischer Wunden steigt mit Diabetesprävalenz und Alter der Bevölkerung, entsprechend werden Wundexperten gesucht - in Kliniken, bei ambulanten Diensten, in Pflegeheimen, bei Homecare-Unternehmen und Herstellern von Verbandmitteln. Zertifizierte Wundzentren und Fußbehandlungseinrichtungen benötigen die Qualifikation als Strukturvoraussetzung. Weiterführend möglich sind Pflegetherapeut Wunde, Praxisanleitung, Qualitätsmanagement, ein Studium in Pflegewissenschaft oder Advanced Practice Nursing sowie Tätigkeiten in Beratung und Außendienst.

Aufgaben

  • Wundbeurteilung, Fotodokumentation und Verlaufskontrolle
  • Verbandwechsel unter aseptischen Bedingungen
  • Auswahl von Wundauflagen nach Heilungsphase und Exsudatmenge
  • Kompressionstherapie und Druckentlastung anleiten
  • Schmerzmanagement vor und während der Wundversorgung
  • Beratung von Patienten und Angehörigen zu Ernährung, Haut und Mobilisation
  • Schulung und Anleitung von Pflegeteams, Pflege der hausinternen Standards
  • Abstimmung mit Ärzten, Sanitätshäusern und Kostenträgern zur Hilfsmittelversorgung

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung (Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder frühere Abschlüsse) mit Berufserlaubnis
  • Zertifikatskurs Wundexperte ICW oder Wundmanager (TÜV) mit Prüfung, Rezertifizierung alle fünf Jahre
  • Mehrjährige Berufserfahrung in der Behandlungspflege
  • Genauigkeit in Beobachtung und Dokumentation, sicherer Umgang mit Fotodokumentation
  • Belastbarkeit gegenüber Geruch, Wundsekret und Schmerzäußerungen
  • Kommunikationsfähigkeit gegenüber Ärzten, Angehörigen und Kollegen
  • Für ambulante Tätigkeit Führerschein Klasse B

Wo man arbeitet

  • Akutklinik, Station und Wundkonsildienst
  • Wundzentrum und Wundambulanz
  • Ambulanter Pflegedienst
  • Pflegeheim
  • Homecare-Unternehmen und Sanitätshaus
  • Facharztpraxis für Chirurgie, Dermatologie oder Diabetologie

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist die dreijährige generalistische Pflegeausbildung mit Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Darauf folgt die Weiterbildung zum Wundexperten ICW mit rund 56 Unterrichtsstunden und Abschlussprüfung, häufig in Teilzeit neben der Arbeit. Wer tiefer einsteigen will, absolviert anschließend Wundtherapeut oder Pflegetherapeut Wunde ICW mit mehreren hundert Stunden.

Offene Stellen als Pflegefachkraft Wundexperte

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Monatsbrutto
2.200 – 4.200 €

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