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Therapie & Rehabilitation

Physiotherapeut Krankengymnastik

Physiotherapeuten behandeln Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit nach Operationen, Unfällen, Schlaganfällen oder bei chronischen Erkrankungen. Die Arbeit reicht von aktiver Krankengymnastik am Bett über Gangschule bis zu manueller Therapie in der Praxis.

26 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Physiotherapeut Krankengymnastik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.750 € 3.100 € 33.000 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.800 € 4.600 € 45.600 €

Der Träger entscheidet fast alles: Kliniken nach TVöD-P beziehungsweise TVöD-B gruppieren Physiotherapeuten meist in EG 7 bis 9a ein, Universitätskliniken nach TV-L, kirchliche Häuser nach AVR Caritas oder AVR Diakonie ähnlich - private Praxen zahlen häufig deutlich darunter, teils nur knapp über dem Branchenmindestniveau. Zuschläge fallen wenig ins Gewicht, weil überwiegend im Tagdienst gearbeitet wird; Wochenenddienste im Krankenhaus bringen etwa 25 bis 35 Prozent Zuschlag auf die betroffenen Stunden, Sonn- und Feiertagszuschläge sind nach § 3b EStG in Grenzen steuerfrei. Bei tariflicher Vergütung wird nicht der Betrag verhandelt, sondern die Stufe: Ob Vorerfahrung anerkannt wird, macht mehrere hundert Euro monatlich aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Physiotherapeut?

Physiotherapie beginnt mit einem Befund: Beweglichkeit, Kraft, Schmerz, Gangbild, Belastbarkeit werden geprüft, meist auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung. Daraus entsteht ein Behandlungsplan. Im Krankenhaus heißt das häufig Frühmobilisation - Patienten am zweiten Tag nach der Hüftprothese aus dem Bett holen, Atemtherapie nach Thoraxeingriffen, Gehen mit Rollator üben, Transfers trainieren. In der Neurorehabilitation geht es über Wochen um Rumpfkontrolle, Stehen, Schrittfolgen nach einem Schlaganfall. In der ambulanten Praxis dominieren orthopädische Bilder: Rückenschmerz, Schulter, Knie nach Kreuzbandplastik, dazu manuelle Therapie, Lymphdrainage, Elektro- und Wärmeanwendungen. In der Geriatrie und im Pflegeheim steht Sturzprophylaxe und Erhalt der Restbeweglichkeit im Mittelpunkt, oft bei Menschen mit Demenz.

Zur Arbeit gehört Dokumentation jeder Behandlungseinheit, Abstimmung mit Ärzten, Pflege, Ergotherapie und Logopädie, Teilnahme an Teambesprechungen und Visiten sowie die Anleitung von Angehörigen. Wer angestellt ist, arbeitet meist im Takt von zwanzig oder dreißig Minuten pro Patient.

Wie wird man Physiotherapeut?

Der übliche Weg ist die dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Physiotherapie mit staatlicher Prüfung. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Die Ausbildung ist schulisch organisiert, an vielen privaten Schulen wird Schulgeld erhoben, an Schulen in Trägerschaft von Kliniken und Ländern gibt es häufig eine Ausbildungsvergütung. Alternativ existieren primärqualifizierende Bachelorstudiengänge, die zum Berufszulassungsantrag und zum akademischen Grad führen; die Akademisierung ist gesetzlich in Bewegung. Nach dem Examen folgen kostenpflichtige Zertifikatsweiterbildungen, die für die Abrechnung bestimmter Leistungen nötig sind: manuelle Therapie, manuelle Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät, Bobath, PNF. Ein echter Quereinstieg ohne Ausbildung ist nicht möglich, weil die Berufsbezeichnung geschützt ist.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Stützen, Heben, Lagern, Behandeln in gebeugter Haltung, acht Stunden am Stück im Stehen - Rücken und Handgelenke tragen die Hauptlast, gerade bei Therapeuten mit hohem Anteil manueller Techniken. Dazu kommt Zeitdruck: In vielen Praxen liegt die Behandlungszeit an der unteren Grenze des Verordnungsrahmens, Dokumentation fällt in Pausen oder danach an.

Die Arbeitszeiten sind günstiger als in der Pflege. In Praxen und Rehakliniken wird überwiegend im Tagdienst gearbeitet, teils mit langen Nachmittagen bis in den Abend. In Akutkrankenhäusern kommen Wochenend- und Feiertagsdienste im Rotationsverfahren dazu, gelegentlich Rufbereitschaft für Intensivstationen; Nachtdienste sind unüblich. Psychisch fordernd sind Verläufe ohne Fortschritt, palliative Situationen und Patienten, die Übungen nicht mitmachen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird durch die Alterung der Bevölkerung weiter steigen; freie Stellen bleiben in Kliniken und Praxen oft monatelang unbesetzt. Der Beruf gilt trotzdem als schlecht bezahlt im Verhältnis zur Qualifikation, weshalb viele nach einigen Jahren in Rehakliniken, in den öffentlichen Dienst, in die Selbstständigkeit oder in angrenzende Felder wie Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung wechseln. Entwicklungswege führen über Zertifikatsweiterbildungen und Spezialisierung, über die Leitung einer Therapieabteilung, über Lehrtätigkeit an Berufsfachschulen oder über eine eigene Praxis mit Kassenzulassung.

Aufgaben

  • Befund erheben und Behandlungsziele festlegen
  • Krankengymnastik, Mobilisation und Gangschule durchführen
  • Frühmobilisation nach Operationen am Patientenbett
  • manuelle Therapie, Lymphdrainage und physikalische Anwendungen
  • Patienten und Angehörige zu Eigenübungen anleiten
  • Behandlungsverläufe dokumentieren und Verordnungen abrechnen
  • Abstimmung mit Ärzten, Pflege, Ergotherapie und Logopädie
  • Hilfsmittelversorgung und Hilfsmitteltraining begleiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene dreijährige Ausbildung zum Physiotherapeuten mit staatlicher Prüfung oder gleichwertiger Bachelorabschluss
  • Berufszulassung zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung
  • mittlerer Schulabschluss für den Ausbildungszugang
  • körperliche Belastbarkeit für Heben, Stützen und Arbeit im Stehen
  • sichere Kommunikation mit Patienten unterschiedlicher Verständnisfähigkeit
  • Zertifikatsweiterbildungen wie manuelle Therapie oder Lymphdrainage für viele Stellen erwünscht

Wo man arbeitet

  • Akutkrankenhaus mit Therapieabteilung
  • Rehabilitationsklinik
  • ambulante Physiotherapiepraxis
  • Pflegeheim und geriatrische Einrichtung
  • Praxis mit Hausbesuchsdienst
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Physiotherapie, die mit der staatlichen Prüfung und der Berufszulassung endet. Alternativ führen primärqualifizierende Bachelorstudiengänge in sieben bis acht Semestern zum Abschluss. Danach sind Zertifikatsweiterbildungen wie manuelle Therapie, Lymphdrainage oder Bobath praktisch Voraussetzung für viele Einsatzbereiche.

Offene Stellen als Physiotherapeut Krankengymnastik

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Offene Stellen
4
Monatsbrutto
2.200 – 4.200 €

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