Was macht eine Teamleitung Außendienst?
Der Außendienst ist in der ambulanten Pflege die Arbeit außerhalb des Büros: die Touren, die Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte zu Klienten in deren Wohnungen fahren. Die Teamleitung verantwortet ein solches Team, meist acht bis fünfundzwanzig Mitarbeitende auf mehreren Touren. Sie erstellt die Dienst- und Tourenplanung, teilt Einsätze zu, reagiert auf Krankmeldungen und Ausfälle und verhandelt intern, wer welchen Sprung übernimmt. Dazu kommt die fachliche Steuerung: Pflegeprozesse überprüfen, Pflegeplanungen und Dokumentation gegenlesen, Erstbesuche und Beratungsgespräche nach § 37 Abs. 3 SGB XI durchführen, Leistungen mit Kostenträgern und Ärzten abstimmen, Verordnungen für Behandlungspflege nachhalten.
In den meisten Diensten ist die Stelle keine reine Schreibtischaufgabe. Ein Teil der Arbeitszeit läuft in der Tour mit, sei es zur Einarbeitung neuer Kolleginnen, bei Personalausfall oder bei Klienten mit komplexem Bedarf. Wer eine Teamleitung sucht, die nie mehr am Bett steht, findet sie im Außendienst selten.
Wie wird man Teamleitung Außendienst?
Voraussetzung ist eine dreijährige Pflegefachausbildung: Pflegefachfrau oder Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz oder ein früherer Abschluss in der Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege. Ohne diese Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung geht es nicht, weil an ihr die Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG und die Verantwortung für den Pflegeprozess hängen. Üblich sind zwei bis fünf Jahre Erfahrung in der ambulanten Pflege, denn Tourenplanung, Abrechnungslogik der SGB V- und SGB XI-Leistungen und die Arbeit in fremden Wohnungen lernt man nicht auf der Station.
Viele Träger verlangen oder finanzieren zusätzlich eine Weiterbildung zur Leitung einer Pflegeeinheit oder Stationsleitung, meist berufsbegleitend über mehrere Monate. Wer die Verantwortlichkeit für den gesamten Dienst anstrebt, braucht die Qualifikation zur verantwortlichen Pflegefachkraft nach § 71 SGB XI oder ein Studium im Pflegemanagement. Ein Führerschein Klasse B ist praktisch immer Bedingung.
Was der Beruf verlangt
Die Stelle liegt zwischen zwei Erwartungen: Die Geschäftsführung will besetzte Touren und wirtschaftliche Einsätze, das Team will planbare Dienste und realistische Zeitfenster. Beides gleichzeitig ist bei angespannter Personaldecke oft nicht erfüllbar, und die Teamleitung trägt diesen Konflikt aus. Dienstplanung im Frühdienst, Rückrufe am Abend, Rufbereitschaft an Wochenenden und das Einspringen bei kurzfristigen Ausfällen gehören dazu. Reine Bürozeiten sind die Ausnahme, geteilte Dienste in der Tourenmitarbeit kommen vor.
Körperlich fordert die Arbeit weniger als eine Vollzeittour, ganz frei davon ist sie nicht. Hinzu kommen Fahrzeiten, Wetter, enge Wohnverhältnisse und schwierige Gespräche mit Angehörigen, die mehr erwarten, als der Leistungsbescheid deckt. Die Fluktuation in ambulanten Diensten ist hoch, Einarbeitung neuer Kolleginnen daher eine Daueraufgabe.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und hoch. Ambulante Dienste wachsen, gleichzeitig fehlen Fachkräfte, die Führungsverantwortung übernehmen wollen. Entwicklungswege führen zur verantwortlichen Pflegefachkraft, zur Pflegedienstleitung, in die Qualitäts- oder Fallsteuerung, in die Praxisanleitung oder in den Aufbau neuer Standorte und Intensivpflegeteams.