Was macht eine Teamleitung Wundmanagement?
Sie verantwortet die Wundversorgung einer Einrichtung fachlich und organisatorisch. Der Alltag besteht aus zwei Teilen: eigene Patientenkontakte und Führungsarbeit. Am Patienten werden Wunden beurteilt, fotografiert und vermessen, Débridements im pflegerischen Rahmen durchgeführt, Verbandregime festgelegt und mit den behandelnden Ärzten abgestimmt, Kompressionstherapie angelegt und die Wunddokumentation geführt, die bei Dekubitus und Ulcus cruris auch haftungsrelevant ist. Dazu kommen Konsile auf Stationen, Visiten in Wohnbereichen oder Hausbesuche im ambulanten Bereich.
Der Führungsteil umfasst Dienst- und Tourenplanung für das Wundteam, Einarbeitung neuer Wundexperten, Fallbesprechungen, Anleitung der Stationspflege in Verbandtechnik und Dekubitusprophylaxe sowie die Steuerung des Verbandmittelsortiments zusammen mit Einkauf und Apotheke. Standards nach dem Expertenstandard "Pflege von Menschen mit chronischen Wunden" werden geschrieben, überarbeitet und in Audits überprüft. In Kliniken kommt die Zusammenarbeit mit Gefäßchirurgie, Diabetologie, Dermatologie und Hygiene dazu, im ambulanten Bereich die Abstimmung mit Hausärzten, Sanitätshäusern und Kostenträgern, einschließlich Genehmigungsanträgen und Wirtschaftlichkeitsfragen.
Wie wird man Teamleitung Wundmanagement?
Grundlage ist eine dreijährige Pflegeausbildung, heute als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, früher als Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege. Darauf folgt eine Weiterbildung im Wundmanagement: Wundexperte ICW, Pflegetherapeut Wunde ICW oder Wundassistent nach DGfW-Standard, je nach Kurs zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten berufsbegleitend, mit Rezertifizierungspflicht alle zwei Jahre. Für die Leitungsfunktion wird zusätzlich eine Weiterbildung Leitung einer Pflegeeinheit oder Stationsleitung verlangt, oft ein Studium in Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft. Üblich sind mehrere Jahre praktische Wundversorgung, bevor die Leitung übernommen wird. Ein Quereinstieg ohne Pflegeexamen ist nicht möglich, weil die Wundversorgung zu den pflegerischen Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG zählt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend im Tagdienst statt, häufig ohne Nacht- und Wochenenddienste, in Kliniken mit Rufbereitschaft oder Wochenendrufdienst in einzelnen Häusern. Körperlich ist sie leichter als Stationsdienst, aber nicht leicht: viel Stehen, Arbeiten in ungünstiger Haltung am Bett, Lagern und Umlagern, im ambulanten Bereich Fahrzeiten und enge Wohnungen. Wundgeruch, Nekrosen und Mazerationen gehören dazu, ebenso Patienten mit Schmerzen beim Verbandwechsel. Belastend ist vor allem die Doppelrolle: Fachverantwortung für Fälle, die über Monate nicht heilen, und Führungsverantwortung für ein Team, das oft nur aus zwei bis fünf Personen besteht und Ausfälle schlecht abfedern kann. Dokumentationsaufwand, Diskussionen mit Kostenträgern über Verbandmittel und Widerstand gegen Standardvorgaben auf Stationen kosten Zeit und Nerven.
Aussichten
Die Zahl chronischer Wunden steigt mit der Alterung und der Zunahme von Diabetes und Gefäßerkrankungen, während qualifizierte Wundexperten knapp sind. Nachgefragt werden solche Stellen in Kliniken, großen Heimträgern, ambulanten Diensten und spezialisierten Wundzentren. Entwicklungswege führen in die Pflegedienstleitung, in die Qualitäts- oder Hygienebeauftragung, in die Referententätigkeit für Verbandmittelhersteller oder in ein Studium mit anschließender Tätigkeit in Pflegewissenschaft und Standardentwicklung. Auch die Selbstständigkeit mit einem eigenen Wunddienst kommt vor, setzt aber Verträge mit Kostenträgern voraus.