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Teamleitung Wundmanagement

Die Teamleitung Wundmanagement führt ein Team aus Wundexperten und koordiniert die Versorgung chronischer und komplexer Wunden in einer Klinik, einem Pflegeheimverbund oder einem ambulanten Dienst. Die Position setzt eine dreijährige Pflegeausbildung, eine Weiterbildung im Wundmanagement und Leitungserfahrung voraus.

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Gehalt

Was man als Teamleitung Wundmanagement verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 3.950 € 4.300 € 47.400 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.400 € 4.900 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.400 € 4.900 € 5.600 € 58.800 €

Ausschlaggebend sind Tarifbindung und Eingruppierung: In kommunalen Häusern nach TVöD-P liegen solche Stellen je nach Leitungsspanne meist in P 11 bis P 13, an Universitätskliniken gilt der TV-L, bei kirchlichen Trägern die AVR Caritas oder AVR Diakonie mit vergleichbaren Stufen. Verhandelt wird dort nicht der Betrag, sondern die Stufenzuordnung – anerkannte Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro im Monat aus. Da überwiegend im Tagdienst gearbeitet wird, fallen die in der Pflege sonst üblichen steuerfreien Nacht- und Sonntagszuschläge weitgehend weg; das tatsächliche Monatseinkommen liegt damit näher am Grundentgelt als im Stationsdienst, dafür kommen bei manchen Trägern Leitungs- oder Fachzulagen hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Teamleitung Wundmanagement?

Sie verantwortet die Wundversorgung einer Einrichtung fachlich und organisatorisch. Der Alltag besteht aus zwei Teilen: eigene Patientenkontakte und Führungsarbeit. Am Patienten werden Wunden beurteilt, fotografiert und vermessen, Débridements im pflegerischen Rahmen durchgeführt, Verbandregime festgelegt und mit den behandelnden Ärzten abgestimmt, Kompressionstherapie angelegt und die Wunddokumentation geführt, die bei Dekubitus und Ulcus cruris auch haftungsrelevant ist. Dazu kommen Konsile auf Stationen, Visiten in Wohnbereichen oder Hausbesuche im ambulanten Bereich.

Der Führungsteil umfasst Dienst- und Tourenplanung für das Wundteam, Einarbeitung neuer Wundexperten, Fallbesprechungen, Anleitung der Stationspflege in Verbandtechnik und Dekubitusprophylaxe sowie die Steuerung des Verbandmittelsortiments zusammen mit Einkauf und Apotheke. Standards nach dem Expertenstandard "Pflege von Menschen mit chronischen Wunden" werden geschrieben, überarbeitet und in Audits überprüft. In Kliniken kommt die Zusammenarbeit mit Gefäßchirurgie, Diabetologie, Dermatologie und Hygiene dazu, im ambulanten Bereich die Abstimmung mit Hausärzten, Sanitätshäusern und Kostenträgern, einschließlich Genehmigungsanträgen und Wirtschaftlichkeitsfragen.

Wie wird man Teamleitung Wundmanagement?

Grundlage ist eine dreijährige Pflegeausbildung, heute als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, früher als Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege. Darauf folgt eine Weiterbildung im Wundmanagement: Wundexperte ICW, Pflegetherapeut Wunde ICW oder Wundassistent nach DGfW-Standard, je nach Kurs zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten berufsbegleitend, mit Rezertifizierungspflicht alle zwei Jahre. Für die Leitungsfunktion wird zusätzlich eine Weiterbildung Leitung einer Pflegeeinheit oder Stationsleitung verlangt, oft ein Studium in Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft. Üblich sind mehrere Jahre praktische Wundversorgung, bevor die Leitung übernommen wird. Ein Quereinstieg ohne Pflegeexamen ist nicht möglich, weil die Wundversorgung zu den pflegerischen Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG zählt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend im Tagdienst statt, häufig ohne Nacht- und Wochenenddienste, in Kliniken mit Rufbereitschaft oder Wochenendrufdienst in einzelnen Häusern. Körperlich ist sie leichter als Stationsdienst, aber nicht leicht: viel Stehen, Arbeiten in ungünstiger Haltung am Bett, Lagern und Umlagern, im ambulanten Bereich Fahrzeiten und enge Wohnungen. Wundgeruch, Nekrosen und Mazerationen gehören dazu, ebenso Patienten mit Schmerzen beim Verbandwechsel. Belastend ist vor allem die Doppelrolle: Fachverantwortung für Fälle, die über Monate nicht heilen, und Führungsverantwortung für ein Team, das oft nur aus zwei bis fünf Personen besteht und Ausfälle schlecht abfedern kann. Dokumentationsaufwand, Diskussionen mit Kostenträgern über Verbandmittel und Widerstand gegen Standardvorgaben auf Stationen kosten Zeit und Nerven.

Aussichten

Die Zahl chronischer Wunden steigt mit der Alterung und der Zunahme von Diabetes und Gefäßerkrankungen, während qualifizierte Wundexperten knapp sind. Nachgefragt werden solche Stellen in Kliniken, großen Heimträgern, ambulanten Diensten und spezialisierten Wundzentren. Entwicklungswege führen in die Pflegedienstleitung, in die Qualitäts- oder Hygienebeauftragung, in die Referententätigkeit für Verbandmittelhersteller oder in ein Studium mit anschließender Tätigkeit in Pflegewissenschaft und Standardentwicklung. Auch die Selbstständigkeit mit einem eigenen Wunddienst kommt vor, setzt aber Verträge mit Kostenträgern voraus.

Aufgaben

  • Wunden beurteilen, vermessen, fotografieren und dokumentieren
  • Verbandregime festlegen und mit Ärzten abstimmen
  • Débridement, Kompressionstherapie und komplexe Verbandwechsel durchführen
  • Dienst- und Tourenplanung für das Wundteam
  • Stationspflege und Pflegehelfer in Wundversorgung und Prophylaxe anleiten
  • Pflegestandards nach Expertenstandard erstellen und in Audits überprüfen
  • Verbandmittelsortiment mit Einkauf und Apotheke steuern
  • Anträge und Abstimmung mit Kostenträgern und Sanitätshäusern

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung (Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder frühere Abschlüsse)
  • Weiterbildung Wundexperte ICW, Pflegetherapeut Wunde oder gleichwertig, mit Rezertifizierung
  • Leitungsweiterbildung oder Studium in Pflegemanagement, je nach Träger gefordert
  • Mehrjährige Erfahrung in der Versorgung chronischer Wunden
  • Sicherer Umgang mit Dokumentationssoftware und Wundfotografie
  • Belastbarkeit gegenüber Wundgeruch, Nekrosen und langen Heilungsverläufen
  • Führerschein für den ambulanten Einsatz

Wo man arbeitet

  • Akutklinik mit Gefäßchirurgie oder Dermatologie
  • Spezialisiertes Wundzentrum
  • Pflegeheim oder Heimträger mit mehreren Häusern
  • Ambulanter Pflegedienst
  • Rehabilitationsklinik
  • Arztpraxis mit Wundsprechstunde

Der Weg in den Beruf

Nach der dreijährigen generalistischen Pflegeausbildung folgt eine berufsbegleitende Weiterbildung im Wundmanagement, meist zum Wundexperten ICW mit rund 56 Unterrichtsstunden oder zum Pflegetherapeuten Wunde mit deutlich höherem Umfang. Für die Teamleitung kommt eine Weiterbildung zur Leitung einer Pflegeeinheit mit etwa 720 Stunden oder ein Bachelorstudium in Pflegemanagement hinzu. Insgesamt vergehen von der Ausbildung bis zur Leitungsstelle in der Regel sechs bis zehn Jahre.

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