Was macht eine verantwortliche Pflegefachkraft?
Die verantwortliche Pflegefachkraft - im Alltag meist Pflegedienstleitung oder PDL genannt - ist die Person, die gegenüber Kostenträgern, Heimaufsicht und Medizinischem Dienst für die Pflege einer Einrichtung einsteht. Vorgeschrieben ist die Funktion durch § 71 SGB XI: Ein Pflegeheim oder ein ambulanter Dienst darf ohne sie keinen Versorgungsvertrag halten. Der Arbeitstag besteht aus Dienstplanung und Ausfallmanagement, Pflegevisiten, Kontrolle der Pflegedokumentation, Einstufungen und Begutachtungsvorbereitung, Aufnahmegesprächen mit Angehörigen, Beschwerdebearbeitung, Bestellung von Hilfsmitteln und Verbandmaterial sowie der Steuerung des Qualitätsmanagements. Dazu kommt Personalarbeit: Bewerbungsgespräche, Einarbeitung neuer Kräfte, Anleitung von Auszubildenden, Mitarbeitergespräche, gelegentlich Abmahnungen und Kündigungen. In ambulanten Diensten gehört die Tourenplanung dazu und häufig die Abrechnung der Leistungskomplexe nach SGB XI und SGB V. In kleineren Häusern arbeitet die Leitung regelmäßig noch selbst in der Pflege mit, in größeren Einrichtungen ist die Stelle rein organisatorisch und hat Wohnbereichs- oder Teamleitungen unter sich.
Wie wird man verantwortliche Pflegefachkraft?
Grundlage ist eine abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung. Seit 2020 ist das die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz; die älteren Abschlüsse in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und der Altenpflege gelten unverändert weiter. Verlangt werden außerdem mindestens zwei Jahre praktische Tätigkeit im Beruf innerhalb der letzten fünf Jahre und eine Weiterbildung für Leitungsaufgaben von wenigstens 460 Stunden. Diese Weiterbildung dauert berufsbegleitend meist ein bis zwei Jahre und wird von Bildungswerken, Wohlfahrtsverbänden und Fachschulen angeboten. Anerkannt wird alternativ ein einschlägiges Studium, etwa Pflegemanagement, Pflegewissenschaft oder Gesundheitsmanagement. Ein Quereinstieg ohne pflegerische Fachausbildung ist ausgeschlossen - die Funktion ist an die Berufszulassung gebunden.
Was der Beruf verlangt
Die Stelle liegt im Tagdienst, häufig mit Rufbereitschaft an Wochenenden und Feiertagen und mit der stillen Erwartung, bei Ausfällen einzuspringen. Wer aus der Schicht kommt, gewinnt geregelte Zeiten und verliert die freien Wochentage. Belastend ist weniger die körperliche Arbeit als die Doppelbindung: Der Personalmangel drückt von unten, Wirtschaftlichkeit und Belegungsdruck von oben, und die Leitung muss beides in einem Dienstplan zusammenbringen, der rechtlich hält. Konflikte mit Angehörigen, Prüfungen des Medizinischen Dienstes, Meldungen an die Heimaufsicht und Haftungsfragen bei Pflegefehlern landen auf diesem Schreibtisch. Der Anteil an Verwaltung, Excel-Tabellen und Software ist hoch und überrascht viele, die aus der direkten Pflege kommen. Die Fluktuation auf diesen Stellen ist beachtlich.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben, weil jede Einrichtung die Funktion besetzen muss und viele Amtsinhaber in den nächsten Jahren in Rente gehen. Wer die Weiterbildung hat, findet in der Regel schnell eine Stelle, häufig auch als Stellvertretung zum Einstieg. Weiterentwicklung führt zur Einrichtungsleitung, in die Regionalleitung mehrerer Standorte, ins Qualitätsmanagement oder in die Beratung. Ein Bachelor oder Master im Pflege- oder Gesundheitsmanagement öffnet Positionen in Trägerzentralen.