Zum Inhalt springen
Altenpflege & Seniorenbetreuung

Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegefachkraft

Pflegefachkräfte versorgen ältere Menschen im Pflegeheim, in der Kurzzeitpflege oder im ambulanten Dienst - von der Grundpflege über Behandlungspflege bis zur Steuerung des gesamten Pflegeprozesses. Der Abschluss ist eine dreijährige Fachausbildung, seit 2020 generalistisch als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann.

21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegefachkraft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €

Entscheidend ist der Träger: Häuser nach TVöD-P (meist P 7, mit Zusatzaufgaben P 8 oder P 9), TV-L oder AVR Caritas und Diakonie zahlen deutlich mehr als private Betreiber mit Haustarif, wobei der Pflegemindestlohn und die Tariftreuepflicht in der Langzeitpflege den Abstand verkleinert haben. Die angegebenen Werte sind Grundentgelte ohne Zuschläge - Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge sowie Wechselschichtzulagen bringen je nach Dienstplan üblicherweise 150 bis 500 Euro monatlich zusätzlich, bei hohem Nachtdienstanteil auch mehr, und sind nach § 3b EStG in Grenzen steuerfrei. Bei Tarifbindung wird nicht der Betrag verhandelt, sondern die Stufe: Ob Vorerfahrung voll anerkannt wird, macht mehrere hundert Euro im Monat aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft in der Altenpflege?

Der Tag beginnt meist mit der Übergabe aus dem Nachtdienst und einem Blick auf die Veränderungen: Wer hat schlecht geschlafen, wer hat Fieber, wessen Wunde sah gestern anders aus. Danach folgt die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner - Körperpflege, Mobilisation, Transfer aus dem Bett in den Rollstuhl, Unterstützung beim Frühstück, Kontrolle der Ausscheidung. Parallel läuft die Behandlungspflege: Medikamente stellen und verabreichen, Insulin spritzen, Blutzucker und Blutdruck messen, Verbandwechsel bei chronischen Wunden, Katheter- und Stomaversorgung, PEG-Sondenkost, subkutane Injektionen. Ärztliche Anordnungen werden umgesetzt und dokumentiert, Hausärzte angerufen, Angehörige informiert, Krankenhauseinweisungen organisiert.

Was die Fachkraft von der Hilfskraft unterscheidet, ist der Pflegeprozess. Erhebung des Pflegebedarfs, Planung, Steuerung und Evaluation sind nach § 4 PflBG Vorbehaltsaufgaben und dürfen nur von examinierten Kräften ausgeführt werden. Dazu kommt die Anleitung der Pflegehelfer, Auszubildenden und Betreuungskräfte in der Schicht, die Vorbereitung von MD-Begutachtungen und die Pflegedokumentation nach dem Strukturmodell. In der stationären Langzeitpflege betreut eine Fachkraft im Spätdienst nicht selten einen ganzen Wohnbereich mit dreißig oder mehr Bewohnern, unterstützt von zwei bis drei Hilfskräften. Ein wachsender Teil der Arbeit ist palliativ: Menschen sterben im Heim, und die Begleitung dieser letzten Wochen gehört zum Beruf.

Wie wird man Pflegefachkraft?

Seit 2020 gilt das Pflegeberufegesetz. Die Ausbildung dauert drei Jahre, ist generalistisch angelegt und führt zum Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Sie ersetzt die früheren getrennten Ausbildungen in Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Kinderkrankenpflege. Wer im dritten Jahr die Langzeitpflege vertieft, kann alternativ den Abschluss Altenpflegerin oder Altenpfleger wählen - dieser gilt jedoch nur in Deutschland, während der generalistische Abschluss EU-weit anerkannt ist. Wer vor 2020 examiniert wurde, behält seine Bezeichnung und ist voll einsetzbar.

Voraussetzung ist in der Regel der mittlere Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Helferausbildung. Die Ausbildung wird vergütet. Für Quereinsteiger führt der Weg meist über die einjährige Pflegehelfer- oder Pflegeassistenzausbildung, die je nach Bundesland unterschiedlich heißt; darauf kann die dreijährige Ausbildung teilweise verkürzt aufgebaut werden. Ein Pflegestudium ist ebenfalls möglich und schließt mit Bachelor und Berufszulassung ab.

Was der Beruf verlangt

Schichtdienst ist die Regel: Früh-, Spät- und Nachtdienste, Wochenenden, Feiertage. Einspringen aus dem Frei kommt in vielen Häusern häufig vor, auch wenn Ausfallkonzepte das eindämmen sollen. Körperlich belastet vor allem das Heben und Umlagern schwerer, immobiler Menschen - Rückenbeschwerden sind der häufigste Grund für Berufsausstiege. Psychisch fordern Demenz mit herausforderndem Verhalten, Aggression, Sterbebegleitung und das Gefühl, aus Zeitmangel nicht so pflegen zu können, wie man es gelernt hat. Der Dokumentationsaufwand ist hoch. Die Personaldecke ist in vielen Einrichtungen dünn, die Fluktuation entsprechend groß. Wer Schichtdienst und die Verantwortung für einen ganzen Wohnbereich mit wenig Rückendeckung nicht tragen will, sollte das vor der Ausbildung wissen.

Aussichten

Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich und wird es angesichts der Alterung der Bevölkerung auf Jahrzehnte tun. Examinierte Kräfte finden praktisch überall eine Stelle und können den Arbeitgeber wählen - was in einem Feld mit sehr unterschiedlichen Trägern ein realer Vorteil ist. Weiterentwicklung führt über Praxisanleitung, Wundexpertise, gerontopsychiatrische Fachkraft, Palliative Care oder Hygienebeauftragung, weiter zur Wohnbereichs- oder Pflegedienstleitung, für die eine Weiterbildung nach § 71 SGB XI verlangt wird. Auch ein Wechsel in Beratung, Qualitätsmanagement, Case Management oder zum MD ist möglich.

Aufgaben

  • Grundpflege, Mobilisation und Transfers im Früh- und Spätdienst
  • Behandlungspflege: Medikamente stellen, Injektionen, Verbandwechsel, Katheter- und Sondenversorgung
  • Pflegeprozess planen, steuern und evaluieren als Vorbehaltsaufgabe
  • Pflegedokumentation nach dem Strukturmodell führen
  • Zusammenarbeit mit Hausärzten, Apotheken, Therapeuten und Angehörigen
  • Anleitung von Pflegehilfskräften, Auszubildenden und Betreuungskräften
  • Notfallsituationen erkennen und erste Maßnahmen einleiten
  • Sterbebegleitung und palliative Versorgung

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung mit staatlicher Anerkennung (Pflegefachfrau/-mann, Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger)
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und langes Stehen
  • Belastbarkeit im Umgang mit Demenz, Aggression und Sterben
  • Sorgfalt bei Medikation und Dokumentation, sichere Deutschkenntnisse
  • Erweitertes Führungszeugnis und Nachweise nach Infektionsschutzgesetz
  • Bei ambulanter Tätigkeit: Führerschein Klasse B

Wo man arbeitet

  • Stationäres Pflegeheim und Wohnbereiche der Langzeitpflege
  • Kurzzeit- und Tagespflege
  • Ambulanter Pflegedienst
  • Betreutes Wohnen und ambulant betreute Wohngemeinschaften
  • Geriatrische Klinik und geriatrische Rehabilitation
  • Hospiz

Der Weg in den Beruf

Die Ausbildung dauert drei Jahre in Vollzeit, findet an einer Pflegeschule mit praktischen Einsätzen in Klinik, Langzeitpflege und ambulantem Dienst statt und wird durchgehend vergütet. Sie endet mit dem staatlich anerkannten Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann; wer im dritten Jahr die Langzeitpflege vertieft, kann stattdessen den Abschluss Altenpflegerin oder Altenpfleger wählen. Quereinsteiger beginnen häufig mit der ein- oder zweijährigen Pflegehelferausbildung und hängen die Fachausbildung verkürzt an.

Offene Stellen als Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegefachkraft

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Pflegedienstleitung

Die Pflegedienstleitung verantwortet die pflegerische Organisation einer Einrichtung: Personaleinsatz, Dienstplanung, Pflegequalität und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Sie ist Führungskraft und bleibt fachlich in der Pflege verankert.

Offene Stellen
98
Monatsbrutto
3.600 – 6.800 €

Pflegehelfer

Pflegehelfer unterstützen Pflegefachkräfte bei der Grundpflege, Betreuung und Versorgung von Menschen, die sich nicht selbst helfen können. Der Zugang ist auch ohne Ausbildung möglich, die Tätigkeit ist auf pflegerische Hilfsaufgaben beschränkt.

Offene Stellen
12
Monatsbrutto
2.100 – 3.300 €

Die Pflegeberufe-Jobbörse verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz