Was macht ein Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger?
Die Arbeit findet auf pädiatrischen Stationen statt, in der Neonatologie, auf der Kinderintensivstation, in der Kinderchirurgie, der Kinderonkologie, in Ambulanzen, sozialpädiatrischen Zentren oder in der ambulanten Intensivpflege beatmeter Kinder. Zur Grundpflege kommt die Behandlungspflege in kindgerechter Dosierung und Technik: Medikamente nach Körpergewicht stellen und verabreichen, Infusionen und Perfusoren überwachen, Sonden und zentrale Zugänge versorgen, Vitalparameter und Monitoralarme bewerten, Verbände wechseln, Sauerstoffgaben und Absaugen. Bei Frühgeborenen gehören Wärmemanagement, minimal handling, Sondennahrung und die Begleitung des Stillaufbaus dazu. Ein großer Teil der Schicht ist Beobachtung: Kleinkinder benennen keine Symptome, Verschlechterungen zeigen sich in Trinkverhalten, Atemmuster, Hautkolorit. Dazu kommt die Arbeit mit den Eltern, die auf Kinderstationen fast immer anwesend sind – Anleitung zur Sondenpflege, zur Inhalation, zum Umgang mit einem Diabetes, und das Aushalten von Angst und Erschöpfung. Pflegedokumentation, Übergaben, Visitenbegleitung und Vorbereitung von Eingriffen rahmen den Tag.
Wie wird man Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger?
Die eigenständige Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege gibt es seit 2020 in dieser Form nicht mehr. Wer heute anfängt, absolviert die dreijährige generalistische Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz und kann im dritten Jahr die Vertiefung Pädiatrie wählen; wer diesen Weg vollständig in der Kinderkrankenpflege geht, kann auf Antrag den Abschluss Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder -pfleger führen, andernfalls lautet die Bezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann mit pädiatrischem Schwerpunkt. Wer vor 2020 abgeschlossen hat, behält die alte Berufsbezeichnung ohne Einschränkung. Zugang ist in der Regel der mittlere Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Ein primärqualifizierendes Pflegestudium ist ebenfalls möglich. Quereinstieg ohne Examen führt nur in Helfertätigkeiten – die Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG bleiben der Fachkraft vorbehalten. Nach dem Examen sind Fachweiterbildungen in pädiatrischer Intensiv- und Anästhesiepflege, Onkologie oder Palliativversorgung üblich.
Was der Beruf verlangt
Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist die Regel; in der ambulanten Kinderintensivpflege kommen 12-Stunden-Dienste vor. Körperlich fordert der Beruf weniger schweres Heben als die Erwachsenenpflege, dafür viel Arbeit in gebückter Haltung an Betten und Inkubatoren. Die eigentliche Belastung ist emotional: schwer kranke, sterbende und misshandelte Kinder, Eltern in Ausnahmesituationen, Konflikte, wenn Personal fehlt und die Zuwendung nicht ausreicht. Fehler in der Dosierung haben bei niedrigem Körpergewicht sofort Folgen, entsprechend hoch ist die Konzentrationsanforderung. Personalmangel trifft die Pädiatrie deutlich, Stationsschließungen und geschlossene Betten wegen fehlender Fachkräfte sind verbreitet, in den Wintermonaten mit RSV- und Infektwellen wird es regelmäßig eng.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und übersteigt das Angebot, weil die pädiatrische Vertiefung von weniger Auszubildenden gewählt wird als der Bedarf verlangt. Wer die Fachweiterbildung pädiatrische Intensivpflege abschließt, findet praktisch überall eine Stelle. Entwicklungswege führen in die Praxisanleitung, die Stations- oder Bereichsleitung, ins Case Management, in die Hygiene- oder Wundexpertise, in Studiengänge zu Pflegepädagogik oder Pflegewissenschaft sowie in spezialisierte Felder wie Kinderpalliativversorgung, Kinderdialyse oder außerklinische Beatmung.