Gesundheits- und Krankenpfleger
Gesundheits- und Krankenpfleger versorgen kranke Menschen im Krankenhaus, in Rehakliniken oder ambulant: Grund- und Behandlungspflege, Medikamentengabe, Überwachung, Dokumentation. Die dreijährige Ausbildung heißt seit 2020 Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann, die alte Berufsbezeichnung bleibt für früher Examinierte gültig.
30 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Gesundheits- und Krankenpfleger verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.200 € | 3.500 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.650 € | 4.000 € | 43.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € |
Entscheidend ist der Träger: Kommunale Häuser zahlen nach TVöD-P (Einstieg meist P7 bis P8, Fachweiterbildung und Leitung höher), Universitätskliniken nach TV-L, kirchliche nach AVR Caritas oder AVR Diakonie - private Träger mit Haustarif liegen oft darunter. Bei Tarifvergütung wird nicht der Betrag verhandelt, sondern die Stufe: anerkannte Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro im Monat aus. Die genannten Werte sind Grundentgelte ohne Zuschläge; Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge, Wechselschicht- und Fachzulagen bringen im regelmäßigen Schichtdienst üblicherweise 200 bis 600 Euro monatlich zusätzlich, im reinen Tagdienst in Praxis oder Rehabilitation entfallen sie.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Gesundheits- und Krankenpfleger?
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Übergabe: Wer hat nachts wie geschlafen, welche Werte sind auffällig, wer geht heute in den OP, wer wird entlassen. Danach folgt die Grundpflege - Waschen, Mobilisieren, Lagern, Hilfe beim Essen - parallel zur Behandlungspflege. Dazu gehören Medikamente stellen und verabreichen, Injektionen, Infusionen anhängen, Zugänge und Katheter versorgen, Verbände wechseln, Wunden beurteilen, Vitalzeichen und Blutzucker kontrollieren, Blut abnehmen, EKG schreiben. Pflegefachkräfte begleiten die Visite, setzen ärztliche Anordnungen um, melden Verschlechterungen, bereiten Patienten auf Eingriffe vor und übernehmen sie danach aus dem Aufwachraum.
Dazu kommt alles, was nicht am Bett stattfindet: Pflegeplanung, Dokumentation im System, Telefonate mit Angehörigen, Anforderungen an Röntgen und Labor, Bestellungen, Aufnahme- und Entlassungsorganisation. Der Anteil dieser Arbeit ist höher, als Berufseinsteiger erwarten. Prägend ist außerdem der Einsatzort: Eine internistische Station, eine Intensivstation, der OP-Saal, die Notaufnahme und ein ambulanter Dienst verlangen unter derselben Berufsbezeichnung sehr unterschiedliche Fähigkeiten und Arbeitsrhythmen.
Wie wird man Gesundheits- und Krankenpfleger?
Der Weg führt über die dreijährige Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz. Sie schließt mit der Berufsbezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ab und hat die früheren Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege ersetzt. Eine Vertiefung im dritten Jahr ist möglich, etwa in der pädiatrischen Versorgung. Wer vor 2020 examiniert wurde, führt die Bezeichnung Gesundheits- und Krankenpfleger weiter und ist rechtlich gleichgestellt. Voraussetzung ist in der Regel der Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung; die einjährige Pflegehelferausbildung kann angerechnet werden. Möglich ist auch ein primärqualifizierendes Pflegestudium. Ein echter Quereinstieg ohne Ausbildung führt nur in Assistenz- und Helferstellen - die Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG, also Pflegeprozesssteuerung und Ergebnisbeurteilung, bleiben Fachkräften vorbehalten.
Was der Beruf verlangt
Schichtdienst ist die Regel: Früh-, Spät- und Nachtdienste, Wochenenden und Feiertage, häufig geteilte Dienste oder Einsprünge bei Krankheitsausfall. Wer feste Abende braucht, findet das im Krankenhaus selten. Körperlich fordert der Beruf Heben, Umlagern und viele Stunden auf den Beinen; Rückenbeschwerden sind verbreitet. Psychisch belasten Zeitdruck, Sterben und Tod, aggressives Verhalten verwirrter Patienten und die Erfahrung, Aufgaben zu priorisieren, statt sie zu erledigen. Der Personalmangel ist real, die Fluktuation hoch, viele reduzieren nach einigen Jahren die Stundenzahl. Verlangt werden zudem Genauigkeit bei Medikamenten und Dokumentation, ruhiges Handeln in Notfallsituationen und die Bereitschaft, im Team unter Reibung zusammenzuarbeiten.
Aussichten
Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich und wird das absehbar weiter tun; examinierte Fachkräfte finden bundesweit und in fast jedem Setting eine Stelle, oft mit Wahlmöglichkeit beim Bereich. Entwicklungswege gibt es reichlich: Fachweiterbildungen für Intensiv- und Anästhesiepflege, OP, Onkologie, Nephrologie oder Psychiatrie, Weiterbildungen zur Praxisanleitung, zum Wundexperten oder zum Hygienebeauftragten, danach Stationsleitung oder Pflegedienstleitung. Studiengänge in Pflegewissenschaft, Pflegemanagement oder Advanced Practice Nursing öffnen Stellen in Qualitätsmanagement, Lehre und Beratung. Jede dieser Stufen wirkt sich auf Eingruppierung und Arbeitszeitmodell aus.
Aufgaben
- Grundpflege, Mobilisation und Unterstützung bei Körperpflege und Ernährung
- Behandlungspflege: Medikamente stellen und geben, Injektionen, Infusionen, Verbandwechsel
- Vitalzeichen, Blutzucker und Bilanzen kontrollieren und Veränderungen einschätzen
- Blutentnahmen, EKG, Zugänge und Katheter versorgen
- Visite begleiten und ärztliche Anordnungen umsetzen
- Pflegeprozess planen, steuern und in der Pflegedokumentation nachweisen
- Aufnahme, Verlegung und Entlassung organisieren, Angehörige informieren
- Auszubildende und Praktikanten anleiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung mit staatlicher Anerkennung (Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder frühere Examina)
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- Körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und Stehen über ganze Dienste
- Sorgfalt bei Medikation, Hygiene und Dokumentation
- Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Niveau, bei ausländischen Abschlüssen Anerkennungsverfahren
- Ruhe und Handlungsfähigkeit in Notfall- und Konfliktsituationen
- Impf- und Gesundheitsnachweise nach Infektionsschutzgesetz
Wo man arbeitet
- Akutkrankenhaus, Fach- und Universitätsklinik
- Intensivstation, OP-Bereich und Notaufnahme
- Rehabilitationsklinik
- Ambulanter Pflegedienst
- Arzt- und Facharztpraxen, MVZ, Dialysezentren
- Pflegeheim und Kurzzeitpflege
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Pflegeausbildung an einer Pflegeschule mit Praxiseinsätzen in Klinik, Langzeitpflege, ambulanter Pflege und Psychiatrie; sie endet mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung, eine einjährige Pflegehelferausbildung kann angerechnet werden. Alternativ führt ein drei- bis vierjähriges primärqualifizierendes Pflegestudium zur gleichen Berufszulassung.
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- Offene Stellen
- 36
- Monatsbrutto
- 2.900 – 4.900 €
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- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 3.100 – 5.000 €
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