Altenpfleger
Altenpflegerinnen und Altenpfleger versorgen ältere Menschen pflegerisch und medizinisch – im Pflegeheim, im ambulanten Dienst oder in betreuten Wohnformen. Die dreijährige Fachausbildung heißt seit 2020 Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann; frühere Abschlüsse behalten ihre Bezeichnung.
36 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Altenpfleger verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.100 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € |
Angegeben ist das Grundentgelt ohne Zuschläge. Entscheidend ist der Träger: Häuser nach TVöD-P (Fachkräfte meist P 7, mit Zusatzaufgaben P 8 oder P 9), TV-L oder AVR Caritas und AVR Diakonie zahlen deutlich über privaten Haustarifen; verhandelt wird dort nicht der Betrag, sondern die Stufe – die Anerkennung von Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro im Monat aus. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Wechselschichtzulagen bringen bei regelmäßiger Schichtteilnahme üblicherweise 200 bis 500 Euro monatlich hinzu, teilweise steuerfrei nach § 3b EStG.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Altenpfleger?
Die Arbeit umfasst Grund- und Behandlungspflege bei Menschen, die dauerhaft Unterstützung brauchen. Im Frühdienst eines Pflegeheims heißt das: Bewohner beim Aufstehen, Waschen und Ankleiden unterstützen, Positionswechsel und Prophylaxen, Frühstück richten und beim Essen assistieren, Medikamente nach Verordnung verabreichen, Insulin spritzen, Blutzucker und Vitalwerte kontrollieren, Verbände und Wundauflagen wechseln, Katheter und PEG-Sonden versorgen. Dazu kommt die Pflegedokumentation, die Pflegeplanung nach dem strukturierten Informationssammlung-Modell, die Kommunikation mit Hausärzten, Apotheke, Angehörigen und Betreuern sowie die Anleitung von Pflegehilfskräften und Auszubildenden.
Ein großer Teil der Tätigkeit betrifft Menschen mit Demenz. Orientierung geben, Unruhe und Aggression einordnen, biografiebezogene Betreuung, Sturzprophylaxe – das prägt den Alltag stärker als in der Akutversorgung. In der ambulanten Pflege sieht der Beruf anders aus: eine Tour mit fünfzehn bis dreißig Einsätzen, allein im Auto, Pflege in fremden Wohnungen, oft unter Zeitdruck und mit Leistungen, die nach Modulen abgerechnet werden. Die Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG – Erhebung des Pflegebedarfs, Steuerung des Pflegeprozesses, Analyse der Pflegequalität – dürfen ausschließlich Fachkräfte übernehmen. Das ist der rechtliche Kern des Berufs und der Unterschied zur Pflegehilfskraft.
Wie wird man Altenpfleger?
Die eigenständige Ausbildung zur Altenpflegerin gibt es seit 2020 nicht mehr. Wer heute einsteigt, absolviert die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann und kann im dritten Jahr die Langzeitpflege als Vertiefungseinsatz wählen. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Ausbildung ist vergütet und wechselt zwischen Pflegeschule und Praxiseinsätzen in Klinik, Heim und ambulantem Dienst. Wer vor 2020 abgeschlossen hat, führt die Bezeichnung Altenpflegerin oder Altenpfleger weiter und ist gleichgestellt.
Quereinsteiger beginnen häufig über die ein- oder zweijährige Pflegehelferausbildung oder als Betreuungskraft nach § 43b SGB XI und lassen sich später zur Fachausbildung nachqualifizieren; Teilzeitmodelle über vier Jahre und Umschulungen über die Agentur für Arbeit sind verbreitet. Ausländische Abschlüsse müssen anerkannt werden, meist mit Anpassungsmaßnahme und Sprachnachweis B2.
Was der Beruf verlangt
Schichtdienst ist die Regel: Früh-, Spät- und Nachtdienst, Wochenenden, Feiertage. In der ambulanten Pflege dominieren geteilte Dienste mit Morgen- und Abendtour. Körperlich belastet der Beruf Rücken, Knie und Schultern – Transfers, Lagern, Mobilisieren, auch mit Hilfsmitteln. Personalmangel führt dazu, dass Dienste knapp besetzt sind, Ausfälle kurzfristig kompensiert werden und die Zeit pro Bewohner geringer ist, als die Pflegeplanung vorsieht. Dazu kommt die emotionale Seite: Sterbebegleitung gehört zum Alltag, Beziehungen zu Bewohnern entstehen über Jahre und enden mit dem Tod. Die Fluktuation im Feld ist hoch, Teilzeit weit verbreitet.
Aussichten
Die Nachfrage ist unverändert hoch und steigt mit der Zahl pflegebedürftiger Menschen; unbefristete Stellen sind der Normalfall, Kündigungen selten ein Problem der Arbeitsuche. Weiterentwicklung führt über Praxisanleitung, Wundexpertise, Palliative Care, gerontopsychiatrische Fachkraft oder Pflegeberatung nach § 7a SGB XI. Wer Verantwortung übernehmen will, geht über die Weiterbildung zur Wohnbereichs- oder Pflegedienstleitung oder studiert Pflegemanagement.
Aufgaben
- Grundpflege, Mobilisation und Prophylaxen bei pflegebedürftigen Menschen
- Behandlungspflege: Medikamente stellen und geben, Injektionen, Wundversorgung, Sondenkost, Katheterpflege
- Pflegebedarf erheben, Pflegeplanung erstellen und den Pflegeprozess steuern
- Pflegedokumentation führen und Maßnahmen auswerten
- Begleitung von Menschen mit Demenz und gerontopsychiatrischen Erkrankungen
- Zusammenarbeit mit Hausärzten, Apotheken, Therapeuten und Angehörigen
- Anleitung von Pflegehilfskräften, Auszubildenden und Betreuungskräften
- Sterbebegleitung und palliative Versorgung
Voraussetzungen
- Abgeschlossene dreijährige Pflegefachausbildung oder anerkannter Abschluss als Altenpflegerin/Altenpfleger
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- Körperliche Belastbarkeit für Transfers, Lagern und langes Stehen
- Sorgfalt bei Medikamentengabe und Dokumentation
- Ruhe im Umgang mit Verwirrtheit, Unruhe und aggressivem Verhalten
- Führerschein Klasse B für die ambulante Pflege
- Nachweis über Masernimmunität, häufig erweitertes Führungszeugnis
Wo man arbeitet
- Vollstationäre Pflegeheime
- Ambulante Pflegedienste
- Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtungen
- Betreutes Wohnen und Pflege-Wohngruppen
- Geriatrische Abteilungen und Rehakliniken
- Hospize und Palliativeinrichtungen
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt heute über die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, mit Vertiefungseinsatz in der Langzeitpflege im dritten Jahr. Sie ist vergütet, wechselt zwischen Pflegeschule und Praxiseinsätzen und endet mit einer staatlichen Prüfung. Eine eigenständige Altenpflegeausbildung wird seit 2020 nicht mehr begonnen; ältere Abschlüsse bleiben gültig und gleichgestellt.
Offene Stellen als Altenpfleger
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Verwandte Berufe
Gesundheits- und Krankenpfleger
Gesundheits- und Krankenpfleger versorgen kranke Menschen im Krankenhaus, in Rehakliniken oder ambulant: Grund- und Behandlungspflege, Medikamentengabe, Überwachung, Dokumentation. Die dreijährige Ausbildung heißt seit 2020 Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann, die alte Berufsbezeichnung bleibt für früher Examinierte gültig.
- Offene Stellen
- 30
- Monatsbrutto
- 2.900 – 5.000 €
Pflegedienstleitung
Die Pflegedienstleitung verantwortet die pflegerische Organisation einer Einrichtung: Personaleinsatz, Dienstplanung, Pflegequalität und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Sie ist Führungskraft und bleibt fachlich in der Pflege verankert.
- Offene Stellen
- 98
- Monatsbrutto
- 3.600 – 6.800 €
Pflegehelfer
Pflegehelfer unterstützen Pflegefachkräfte bei der Grundpflege, Betreuung und Versorgung von Menschen, die sich nicht selbst helfen können. Der Zugang ist auch ohne Ausbildung möglich, die Tätigkeit ist auf pflegerische Hilfsaufgaben beschränkt.
- Offene Stellen
- 12
- Monatsbrutto
- 2.100 – 3.300 €
Bewerbung und Einstieg
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