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Kinder- & Jugendpflege

Krankenschwester Kinderintensivpflege

Pflegefachkräfte in der Kinderintensivpflege versorgen Früh- und Neugeborene, Kinder und Jugendliche in lebensbedrohlichen Zuständen – überwacht, beatmet, oft über Wochen. Der Einsatz erfolgt im Dreischichtdienst auf neonatologischen und pädiatrischen Intensivstationen.

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Gehalt

Was man als Krankenschwester Kinderintensivpflege verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.100 € 3.400 € 3.700 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 3.950 € 4.300 € 47.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.100 € 4.600 € 5.300 € 55.200 €

Maßgeblich sind Tarifbindung und Stufenanerkennung: kommunale Häuser zahlen nach TVöD-P (meist P8 bis P9, mit Fachweiterbildung und Leitungsfunktion höher), Universitätskliniken nach TV-L, kirchliche Träger nach AVR Caritas oder AVR Diakonie; private Träger mit Haustarif liegen teils deutlich darunter. Die genannten Werte sind Grundentgelte ohne Zuschläge – Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge, Wechselschicht- und Intensivzulage bringen im Dreischichtdienst üblicherweise 300 bis 700 Euro monatlich zusätzlich, davon ein Teil nach § 3b EStG steuerfrei. Verhandelt wird bei Tarifbindung nicht der Betrag, sondern die Anerkennung der Vorerfahrung für die Erfahrungsstufe.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft in der Kinderintensivpflege?

Die Arbeit findet auf neonatologischen Intensivstationen, pädiatrischen Intensivstationen und in kinderkardiologischen oder kinderonkologischen Intensivbereichen statt. Versorgt werden Frühgeborene ab der Grenze der Lebensfähigkeit, Neugeborene nach Operationen an Herz oder Bauchraum, Kinder nach Unfällen, mit Sepsis, Krampfanfällen, Vergiftungen oder nach Transplantationen. Zum Alltag gehört die Überwachung von Beatmung, Kreislauf und Sauerstoffsättigung, das Bedienen von Respiratoren und Hochfrequenzbeatmung, das Führen zentraler Zugänge und Nabelkatheter, das Anlegen und Wechseln von Sonden, die medikamentöse Therapie über Perfusoren mit Dosierungen im Mikrogrammbereich, das Absaugen, die Lagerung nach entwicklungsfördernden Konzepten, Blutentnahmen und Blutgasanalysen sowie die Assistenz bei Intubation, Drainagenanlage und Reanimation.

Ein großer Teil der Arbeit betrifft die Eltern. Sie sind auf der Station anwesend, werden angeleitet, wickeln und füttern unter Anleitung, halten ihr Kind im Känguruh-Kontakt. Pflegekräfte erklären Geräte, Alarme und Prognosen mit, begleiten Aufklärungsgespräche und tragen die Begleitung mit, wenn eine Therapie beendet wird. Die Betreuungsschlüssel liegen enger als auf Normalstationen, häufig ein Kind pro Pflegekraft bei intensivpflichtigen Fällen.

Wie wird man Pflegefachkraft in der Kinderintensivpflege?

Voraussetzung ist eine dreijährige Pflegeausbildung. Seit 2020 gilt das Pflegeberufegesetz: Der Abschluss lautet Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, die Vertiefung Gesundheits- und Kinderkrankenpflege im dritten Jahr ist weiterhin wählbar und führt auf Wunsch zum gesonderten Abschluss Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Wer vor 2020 abgeschlossen hat, behält die Bezeichnung Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Krankenschwester. Auch generalistisch oder erwachsenenpflegerisch Ausgebildete werden eingestellt und im Bereich eingearbeitet.

Der Einstieg erfolgt über eine strukturierte Einarbeitung von sechs bis zwölf Monaten. Darauf folgt in der Regel die zweijährige Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie mit pädiatrischem Schwerpunkt oder eine spezielle Fachweiterbildung pädiatrische Intensivpflege, berufsbegleitend an einer Weiterbildungsstätte der Kliniken. Sie ist keine Zulassungsvoraussetzung, aber der Standard für dauerhafte Tätigkeit und für jede Leitungsaufgabe.

Was der Beruf verlangt

Dreischichtdienst mit Nächten, Wochenenden und Feiertagen ist die Regel, Springerdienste und Einsätze aus dem Frei kommen wegen Personalmangels vor. Die körperliche Belastung ist geringer als in der Erwachsenenintensivpflege, die psychische höher: Sterbende Kinder, Reanimationen, Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdung und verzweifelte Eltern gehören dazu. Die Fehlertoleranz bei Medikamentendosierungen ist minimal, das Arbeiten unter Alarmlärm und Zeitdruck dauerhaft. Viele verlassen den Bereich nach einigen Jahren in Richtung Normalstation, Praxisanleitung oder Teilzeit. Wer bleibt, braucht belastbare Abgrenzung und ein Team, das Nachbesprechungen ernst nimmt.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird durch Personaluntergrenzen für Intensivbereiche zusätzlich getrieben; Betten werden regelmäßig gesperrt, weil Pflegekräfte fehlen. Wer die Fachweiterbildung hat, findet in Perinatalzentren und Kinderkliniken praktisch überall eine Stelle. Entwicklungswege führen über Praxisanleitung, Hygiene- oder Beatmungsbeauftragung, Stationsleitung, Case Management, in den Kinder-Intensivtransport, in die außerklinische Intensivpflege beatmeter Kinder oder über ein Studium in Richtung Advanced Practice Nursing, Pflegepädagogik und Pflegemanagement.

Aufgaben

  • Überwachung von Beatmung, Kreislauf, Temperatur und Sauerstoffsättigung
  • Bedienen von Respiratoren, Monitoren, Perfusoren und Inkubatoren
  • Medikamente und Infusionen in Kleinstdosierungen richten und verabreichen
  • Versorgung zentraler Zugänge, Nabelkatheter, Drainagen und Sonden
  • Assistenz bei Intubation, Punktionen und Reanimation
  • Anleitung und Begleitung der Eltern, Känguruh-Pflege ermöglichen
  • entwicklungsfördernde Lagerung und Pflege von Frühgeborenen
  • Pflegedokumentation, Bilanzierung und Übergabe an Visite und Folgeschicht

Voraussetzungen

  • abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, bevorzugt mit Vertiefung Kinderkrankenpflege
  • Fachweiterbildung pädiatrische Intensivpflege oder Bereitschaft, sie zu absolvieren
  • Bereitschaft zum Dreischichtdienst mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit
  • sicherer Umgang mit Medizintechnik und exaktes Rechnen bei Dosierungen
  • Belastbarkeit bei Reanimationen, Sterbebegleitung und Elterngesprächen
  • Impf- und Immunitätsnachweise, unter anderem Masern nach Infektionsschutzgesetz

Wo man arbeitet

  • neonatologische Intensivstationen in Perinatalzentren
  • pädiatrische Intensivstationen in Kinderkliniken
  • kinderherzchirurgische und kinderonkologische Intensivbereiche
  • Universitätskliniken
  • Kinder-Intensivtransport und außerklinische Intensivpflege

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist die dreijährige generalistische Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz, im dritten Jahr mit Vertiefung Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Abschluss als Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Danach folgen eine mehrmonatige Einarbeitung auf der Intensivstation und meist die zweijährige berufsbegleitende Fachweiterbildung Intensivpflege mit pädiatrischem Schwerpunkt.

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