Notfallsanitäter
Notfallsanitäter versorgen Notfallpatienten am Einsatzort, überwachen sie während des Transports und übernehmen bis zum Eintreffen eines Arztes eigenständig heilkundliche Maßnahmen. Der Beruf setzt eine dreijährige Ausbildung nach dem Notfallsanitätergesetz voraus.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Notfallsanitäter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.200 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.400 € | 5.200 € | 52.800 € |
Entscheidend ist der Träger: Kommunale Rettungsdienste und Feuerwehren zahlen nach TVöD, Notfallsanitäter liegen dort meist in den Entgeltgruppen N beziehungsweise P8 bis P9, kirchliche Träger nach AVR Caritas oder AVR Diakonie, private Anbieter und einzelne Hilfsorganisationen nach Haustarif teils deutlich darunter. Die genannten Werte sind Grundentgelte ohne Zuschläge; Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sowie Wechselschichtzulagen bringen bei üblicher Dienstplanung meist 250 bis 600 Euro monatlich zusätzlich, in Teilen steuerfrei nach § 3b EStG. Bei Tarifbindung wird nicht der Betrag verhandelt, sondern die Stufenzuordnung - anerkannte Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro im Monat aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Notfallsanitäter?
Notfallsanitäter sind die höchste nichtärztliche Qualifikationsstufe im Rettungsdienst. Sie fahren auf Rettungswagen, oft als verantwortliche Fachkraft neben einem Rettungssanitäter, und rücken zu Notfalleinsätzen, Krankentransporten und Verlegungsfahrten aus. Am Einsatzort erheben sie den Erstbefund, sichern Atemweg und Kreislauf, legen Zugänge, schreiben und beurteilen ein EKG, führen Reanimationen mit Defibrillation durch und geben im Rahmen der lokalen Algorithmen Medikamente ab. Diese heilkundlichen Maßnahmen dürfen sie nach § 4 NotSanG eigenständig durchführen, wenn ärztliche Hilfe nicht rechtzeitig verfügbar ist. Kommt ein Notarzt oder Telenotarzt dazu, assistieren sie bei Narkoseeinleitung, Thoraxdrainage oder Katecholamintherapie.
Ein großer Teil der Einsätze ist kein Großschadensfall, sondern Sturz im Pflegeheim, exazerbierte COPD, Alkoholintoxikation, unklarer Bauchschmerz oder eine Person, die niemanden sonst mehr erreicht hat. Dazu gehören Tragen und Umlagern, Gespräche mit Angehörigen, Dokumentation im Einsatzprotokoll, Übergabe in der Notaufnahme, Desinfektion und Bestücken des Fahrzeugs, Betäubungsmittelkontrolle und Funkverkehr mit der Leitstelle.
Wie wird man Notfallsanitäter?
Der Weg führt über eine dreijährige Ausbildung nach dem Notfallsanitätergesetz an einer staatlich anerkannten Rettungsdienstschule, verbunden mit einer Lehrrettungswache und Klinikeinsätzen in Anästhesie, Intensivstation, Notaufnahme und OP. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung, dazu die Fahrerlaubnis der Klasse C1 und gesundheitliche Eignung. Die Ausbildung ist vergütet und endet mit einer staatlichen Prüfung und der geschützten Berufsbezeichnung. Rettungsassistenten konnten über Ergänzungsprüfungen nachqualifizieren; diese Übergangsfristen sind ausgelaufen. Rettungssanitäter, examinierte Pflegefachkräfte und andere Quereinsteiger können die Ausbildung verkürzt absolvieren, wenn die zuständige Behörde Vorerfahrung anerkennt.
Was der Beruf verlangt
Gearbeitet wird im Schichtdienst rund um die Uhr, häufig in Zwölf- oder Vierundzwanzigstundendiensten, mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten. Wer plant, muss mit Diensten an Weihnachten und Silvester rechnen. Körperlich ist der Beruf hart: Tragestuhl über Treppen, Umlagern schwergewichtiger Patienten, Arbeiten in Beengung, Kälte und Nässe. Rückenbelastung ist die häufigste Ursache für Berufsausstiege.
Psychisch belasten weniger die spektakulären Einsätze als deren Summe: Kindernotfälle, häusliche Gewalt, Suizide, erfolglose Reanimationen, dazu Aggression durch alkoholisierte Patienten und Übergriffe im Einsatz. Belastend ist außerdem die Diskrepanz zwischen Qualifikation und Alltag - viele Einsätze sind medizinisch banal, und die rechtliche Absicherung der eigenständigen Maßnahmen ist regional unterschiedlich klar geregelt. Wer Unsicherheit schlecht erträgt oder Entscheidungen nicht mit unvollständigen Informationen treffen kann, wird hier unglücklich.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst, weil die Einsatzzahlen seit Jahren steigen und viele Wachen unbesetzte Stellen haben. Träger sind Kommunen, Feuerwehren, Hilfsorganisationen wie DRK, ASB, Malteser und Johanniter sowie private Unternehmen. Entwicklungswege führen zum Praxisanleiter, zum Lehrrettungsassistenten, zur Wachleitung, zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst, in die Leitstelle als Disponent oder in ein Studium der Notfallversorgung oder des Rettungswesens. Ein Wechsel in die Notaufnahme ist möglich, dort aber nicht in allen Bundesländern und Häusern der Pflegefachkraft gleichgestellt.
Aufgaben
- Notfallpatienten am Einsatzort erstversorgen und Vitalfunktionen sichern
- EKG schreiben und beurteilen, Zugänge legen, Medikamente nach Algorithmus geben
- Reanimation mit Defibrillation und Atemwegssicherung durchführen
- Notarzt bei invasiven Maßnahmen assistieren
- Patienten während des Transports überwachen und in der Notaufnahme übergeben
- Einsatzprotokoll und Betäubungsmitteldokumentation führen
- Rettungswagen prüfen, bestücken und desinfizieren
- Angehörige und Ersthelfer am Einsatzort einbinden
Voraussetzungen
- abgeschlossene dreijährige Ausbildung nach dem Notfallsanitätergesetz mit staatlicher Prüfung
- Fahrerlaubnis Klasse C1, meist zusätzlich Einsatzfahrerfahrung
- gesundheitliche und körperliche Eignung, Belastbarkeit für schweres Heben und Tragen
- Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck und mit unvollständigen Informationen
- jährliche Fortbildungspflicht und Bereitschaft zu Simulationstraining
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
Wo man arbeitet
- Rettungswache eines kommunalen Trägers oder einer Feuerwehr
- Rettungswache einer Hilfsorganisation oder eines privaten Unternehmens
- Notarzteinsatzfahrzeug und Intensivtransportwagen
- Integrierte Leitstelle
- Notaufnahme einer Akutklinik
- Luftrettung
Der Weg in den Beruf
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet parallel an einer Rettungsdienstschule, an einer Lehrrettungswache und in Klinikbereichen wie Anästhesie, Intensivstation und Notaufnahme statt. Sie ist vergütet und endet mit einer staatlichen Prüfung und der geschützten Berufsbezeichnung Notfallsanitäterin oder Notfallsanitäter. Rettungssanitäter und Pflegefachkräfte können bei Anerkennung ihrer Vorerfahrung verkürzt ausgebildet werden.
Offene Stellen als Notfallsanitäter
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Rettungssanitäter versorgen und transportieren Notfallpatienten, fahren den Rettungswagen und assistieren Notfallsanitätern und Notärzten. Die Qualifikation wird in einem Lehrgang von rund 520 Stunden erworben und liegt unterhalb der dreijährigen Ausbildung zum Notfallsanitäter.
- Offene Stellen
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- Monatsbrutto
- 2.350 – 3.700 €
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