Medizinische Fachangestellte
Medizinische Fachangestellte übernehmen in Arztpraxen, MVZ und Kliniken die Organisation des Sprechstundenbetriebs und assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen. Der Beruf verbindet Verwaltung, Labor- und Behandlungstätigkeiten und wird überwiegend im Tagdienst ausgeübt.
135 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Medizinische Fachangestellte verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.400 € | 2.700 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.800 € | 3.200 € | 33.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 4.000 € | 39.600 € |
Maßgeblich ist meist der Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte, der nach Tätigkeitsgruppe und Berufsjahren staffelt; viele Praxen wenden ihn allerdings nur als Orientierung an, sodass die Spanne bei gleicher Tätigkeit weit auseinandergeht. In Klinikambulanzen und MVZ kommunaler Träger wird nach TVöD (meist EG 5 bis EG 6) oder TV-L vergütet, dort entscheidet nicht der Betrag, sondern die anerkannte Stufe über mehrere hundert Euro. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit spielen im Praxisbetrieb kaum eine Rolle, weil im Tagdienst gearbeitet wird; Zusatzqualifikationen wie nichtärztliche Praxisassistentin, Fachwirtin oder Spezialisierungen in Dialyse und Onkologie bringen dagegen spürbare Aufschläge.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Medizinische Fachangestellte?
Medizinische Fachangestellte, kurz MFA, arbeiten an der Schnittstelle zwischen Patient, Arzt und Abrechnung. Am Empfang nehmen sie Patienten auf, vergeben Termine, führen die Karteikarten im Praxisverwaltungssystem und filtern am Telefon, was dringend ist und was warten kann. Im Behandlungszimmer assistieren sie bei Untersuchungen und kleinen Eingriffen, richten Instrumente, legen Verbände an, entfernen Fäden, führen Injektionen und Impfungen nach ärztlicher Anordnung durch und nehmen Blut ab. Dazu kommen Funktionsdiagnostik wie EKG, Lungenfunktion und Langzeitmessungen, Laborarbeiten mit Urin- und Blutproben sowie die Aufbereitung von Instrumenten nach Hygieneplan.
Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Verwaltung: Abrechnung nach EBM und GOÄ, Quartalsabschluss, Rezepte und Überweisungen vorbereiten, Befunde anfordern, Formulare für Krankenkassen bearbeiten, Praxisbedarf bestellen. Je nach Fachrichtung verschiebt sich das Bild deutlich. In der Hausarztpraxis dominieren Hausbesuchsvorbereitung, DMP-Dokumentation und Impfmanagement, in der Chirurgie Wundversorgung und Assistenz im Eingriffsraum, in der Radiologie die Gerätearbeit, in der Dialyse oder Onkologie die Betreuung wiederkehrender Patienten über Stunden.
Wie wird man Medizinische Fachangestellte?
Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz, mit Ausbildungsvertrag in einer Praxis, einem MVZ oder einer Klinikambulanz und Berufsschulunterricht. Zuständig ist die Ärztekammer, die auch die Zwischen- und Abschlussprüfung abnimmt. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Betriebe mit mittlerem Abschluss ein. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich.
Quereinstieg ohne Ausbildung gibt es faktisch nur am Empfang oder in der Praxisorganisation, ohne die medizinischen Tätigkeiten. Wer aus der Pflege kommt, kann in Ambulanzen und MVZ oft direkt arbeiten, für die Berufsbezeichnung MFA ist jedoch die Kammerprüfung nötig. Nach der Ausbildung stehen Fortbildungen offen, etwa zur nichtärztlichen Praxisassistentin, zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung oder Spezialisierungen in Onkologie, Dialyse, Endoskopie und ambulantem Operieren.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast immer im Tagdienst statt, meist an fünf Tagen mit Sprechstunde am Vormittag und Nachmittag. Nachtdienste und Feiertagsarbeit sind unüblich, in Kliniken und Notfallpraxen kommen Spät- und Wochenenddienste vor. Das ist der größte Vorteil gegenüber der Stationspflege und der Grund, warum viele im Beruf bleiben.
Belastend ist etwas anderes: das Tempo im vollen Wartezimmer, ständige Unterbrechungen durch Telefon und Tresen, und die Rolle als Puffer zwischen unzufriedenen Patienten und einer überbuchten Sprechstunde. In kleinen Praxen mit zwei oder drei Kräften fällt jede Krankmeldung sofort auf alle zurück. Sorgfalt ist Pflicht, bei Abrechnung, Hygiene und Dokumentation. Wer keine ruhige Hand bei der Blutentnahme hat oder mit Konflikten am Empfang schlecht umgehen kann, tut sich schwer.
Aussichten
MFA werden bundesweit gesucht, offene Stellen bleiben in vielen Regionen monatelang unbesetzt, besonders in Hausarztpraxen. Die Bezahlung liegt in vielen Praxen unter dem, was Kliniken für vergleichbare Verantwortung zahlen, was zu Abwanderung in Krankenhausambulanzen, zu Kassen und in die Industrie führt. Entwicklungswege gehen über Fachfortbildungen, die Praxismanagement- oder Fachwirtqualifikation bis zur Ersten Kraft mit Personalverantwortung. Über die Qualifikation zur nichtärztlichen Praxisassistentin sind delegierte Hausbesuche möglich, die zusätzlich vergütet werden.
Aufgaben
- Patientenaufnahme, Terminvergabe und Telefondienst am Empfang
- Blutentnahmen, Injektionen und Impfungen nach ärztlicher Anordnung
- Assistenz bei Untersuchungen und kleinen operativen Eingriffen
- Wundversorgung, Verbandwechsel und Fädenziehen
- EKG, Lungenfunktion und weitere Funktionsdiagnostik durchführen
- Laborproben abnehmen, aufbereiten und Ergebnisse dokumentieren
- Instrumente nach Hygieneplan reinigen, desinfizieren und sterilisieren
- Abrechnung nach EBM und GOÄ sowie Quartalsabschluss vorbereiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene dreijährige Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten mit Kammerprüfung
- Nachweis über Masernschutz und in der Regel weitere Impfungen
- Sicherer Umgang mit Praxisverwaltungssoftware und Grundkenntnisse der Abrechnung
- Sorgfalt bei Hygiene, Dokumentation und Medikamentengabe
- Ruhiges Auftreten bei Andrang, Beschwerden und Zeitdruck
- Feinmotorik und Sicherheit bei Blutentnahme und Injektion
- Bereitschaft, überwiegend im Stehen und Gehen zu arbeiten
Wo man arbeitet
- Hausarztpraxis
- Facharztpraxis
- Medizinisches Versorgungszentrum
- Krankenhausambulanz und Poliklinik
- Dialyse- und Tageszentrum
- Betriebsärztlicher Dienst und Gesundheitsamt
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer Praxis oder Klinikambulanz mit begleitendem Berufsschulunterricht. Die Prüfung nimmt die zuständige Ärztekammer ab, der Abschluss lautet Medizinische Fachangestellte beziehungsweise Medizinischer Fachangestellter. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich.
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- Offene Stellen
- 21
- Monatsbrutto
- 2.000 – 3.900 €
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