Medizinische Fachangestellte Dialyse / Pflegefachkraft
Medizinische Fachangestellte und Pflegefachkräfte in der Dialyse betreuen Menschen mit chronischem Nierenversagen während der Blutwäsche: Sie punktieren Shunts, bedienen die Dialysegeräte, überwachen Kreislauf und Blutdruck und begleiten dieselben Patienten oft über Jahre. Gearbeitet wird in Dialysezentren, Praxen und Klinikabteilungen, meist in festen Schichten von früh bis abends.
23 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Medizinische Fachangestellte Dialyse / Pflegefachkraft verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.500 € | 45.600 € |
Entscheidend ist die Ausbildung: Pflegefachkräfte werden in kommunalen Kliniken nach TVöD-P eingruppiert (meist P7 bis P9, mit Fachweiterbildung Nephrologie höher), an Universitätskliniken nach TV-L, bei kirchlichen Trägern nach AVR Caritas oder AVR Diakonie - Medizinische Fachangestellte in privaten Dialyseketten liegen mit Haustarif oder freier Vereinbarung häufig mehrere hundert Euro darunter. Verhandelt wird bei Tarifbindung nicht der Betrag, sondern die Stufe, also die Anerkennung der Vorerfahrung. Zuschläge fallen in der ambulanten Dialyse überwiegend für Samstagsarbeit und Frühschichtbeginn an und machen selten mehr als fünf bis zehn Prozent aus; Nacht- und Sonntagszuschläge nach § 3b EStG gibt es praktisch nur in Klinikabteilungen mit Akutdialyse.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Fachkraft in der Dialyse?
Die Arbeit folgt dem Behandlungsplan der Patienten: Drei Mal pro Woche kommen dieselben Menschen für vier bis fünf Stunden zur Hämodialyse. Vor der Behandlung werden Gewicht, Blutdruck und Temperatur erhoben, das Trockengewicht abgeglichen und der Zugang beurteilt. Dann wird der Dialysator vorbereitet, das Gerät gespült und programmiert, der arteriovenöse Shunt mit zwei Nadeln punktiert oder ein Katheter steril konnektiert. Während der Behandlung überwacht die Fachkraft Blutdruck, Ultrafiltrationsrate, Alarme der Maschine, Antikoagulation und den Zustand des Patienten - Blutdruckabfälle, Krämpfe, Übelkeit gehören zum Alltag und müssen sofort behandelt werden. Nach der Behandlung folgen Abdrücken der Punktionsstellen, Dokumentation, Desinfektion des Platzes und Rüsten für die nächste Schicht. Dazu kommen Blutentnahmen, Laboranforderungen, Medikamentengabe nach Anordnung, Verbandwechsel und die Assistenz bei Katheteranlagen. Wer als Pflegefachkraft arbeitet, übernimmt zusätzlich die Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG: Pflegeprozess, Steuerung und Evaluation, außerdem häufiger die Anleitung von Peritonealdialyse- und Heimdialysepatienten.
Wie wird man Fachkraft in der Dialyse?
Es gibt zwei Zugänge. Der eine ist die dreijährige Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, der andere die dreijährige generalistische Pflegeausbildung mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz; frühere Abschlüsse in der Gesundheits- und Krankenpflege oder der Altenpflege gelten weiter. Die Dialyse selbst wird nicht ausgebildet, sondern eingearbeitet: Träger schulen neue Mitarbeitende über mehrere Wochen bis Monate am Gerät und an der Punktionstechnik. Darauf aufbauend gibt es die Fachweiterbildung Nephrologie beziehungsweise den Fachkrankenpfleger für Nephrologie mit etwa 700 bis 800 Theoriestunden über zwei Jahre. Quereinstieg für Pflegehilfskräfte ist in manchen Zentren möglich, bleibt aber auf assistierende Tätigkeiten beschränkt - Punktion und Geräteverantwortung setzen eine abgeschlossene Ausbildung voraus.
Was der Beruf verlangt
Die Punktion eines Shunts ist eine Technik, die Übung und Ruhe braucht; Fehlpunktionen sind für Patienten schmerzhaft und schaden dem Zugang dauerhaft. Der Takt ist eng: Wenn eine Schicht sich verzögert, verschiebt sich die nächste, und Patienten warten. Gearbeitet wird in der Regel im Zweischichtsystem, häufig ab fünf oder sechs Uhr morgens, mit Spätschichten bis in den Abend und einem festen Rhythmus von Montag-Mittwoch-Freitag und Dienstag-Donnerstag-Samstag. Nachtdienste gibt es außerhalb von Kliniken selten, Samstagsarbeit fast immer, Rufbereitschaft in Klinikabteilungen mit akutem Nierenersatzverfahren. Körperlich belastet vor allem das Umsetzen und Lagern schwer eingeschränkter Patienten sowie langes Stehen. Emotional belastet die Nähe über Jahre: Man kennt die Menschen, ihre Familien, ihre Verläufe - und erlebt Verschlechterungen und Todesfälle in einem Stammklientel.
Aussichten
Die Zahl dialysepflichtiger Patienten steigt mit Diabetes und Alter der Bevölkerung, Personal ist in nahezu allen Zentren knapp. Wer die Einarbeitung hinter sich hat, ist schwer ersetzbar und findet regional fast überall eine Stelle. Entwicklungswege führen über die Fachweiterbildung Nephrologie zur Schichtleitung, zur pflegerischen Leitung eines Zentrums, in die Schulung von Heimdialyse- und Peritonealdialysepatienten, in die Transplantationsnachsorge oder in die Anwendungsberatung bei Herstellern von Dialysetechnik.
Aufgaben
- Dialysegeräte vorbereiten, programmieren und desinfizieren
- Shunts punktieren und zentrale Katheter steril konnektieren
- Blutdruck, Ultrafiltration und Geräteparameter während der Behandlung überwachen
- auf Komplikationen wie Hypotonie, Krämpfe oder Blutungen reagieren
- Blutentnahmen durchführen und Laborwerte anfordern
- Medikamente nach Anordnung verabreichen, etwa Antikoagulation und Eisenpräparate
- Trockengewicht, Bilanz und Behandlungsverlauf dokumentieren
- Patienten zu Zugangspflege, Trinkmengen und Ernährung anleiten
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Medizinische Fachangestellte oder als Pflegefachfrau/Pflegefachmann (bzw. früherer Abschluss in der Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege)
- Bereitschaft zur Einarbeitung in Punktionstechnik und Dialysetechnologie
- Belastbarkeit im frühen Schichtbeginn und bei Samstagsarbeit
- genaues, ruhiges Arbeiten unter Zeitdruck
- Grundkenntnisse in Hygiene und sterilem Arbeiten
- körperliche Eignung für langes Stehen und Umsetzen von Patienten
- Immunitätsnachweis nach Infektionsschutzgesetz
Wo man arbeitet
- ambulante Dialysezentren
- nephrologische Facharztpraxen mit Dialyseabteilung
- Dialyseabteilungen in Akutkliniken
- Intensivstationen mit Nierenersatzverfahren
- Zentren für Heim- und Peritonealdialyse
Der Weg in den Beruf
Grundlage ist entweder die dreijährige Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten oder die dreijährige generalistische Pflegeausbildung mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Die Dialysekompetenz wird anschließend im Betrieb über mehrere Wochen bis Monate vermittelt. Wer sich vertiefen will, absolviert die etwa zweijährige Fachweiterbildung Nephrologie mit rund 700 bis 800 Theoriestunden.
Offene Stellen als Medizinische Fachangestellte Dialyse / Pflegefachkraft
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- Offene Stellen
- 135
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.000 €
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