Was macht ein Rettungssanitäter?
Rettungssanitäter arbeiten im Rettungsdienst und im qualifizierten Krankentransport. Auf dem Rettungswagen sind sie in der Regel als Fahrer und zweite Kraft eingesetzt, während ein Notfallsanitäter die Einsatzleitung am Patienten übernimmt. Im Krankentransportwagen führen sie den Einsatz dagegen selbst und transportieren Menschen, die nicht akut lebensbedroht, aber betreuungs- oder tragebedürftig sind: Dialysefahrten, Verlegungen zwischen Kliniken, Entlassungen nach Hause.
Zum Alltag gehören das Anfahren der Einsatzstelle nach Alarmierung, die Ersteinschätzung, Messung von Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung und Blutzucker, das Anlegen eines EKG, Sauerstoffgabe, Blutstillung, Immobilisation mit Schienen und Vakuummatratze, Lagerung und schonender Transport. Sie assistieren bei der Anlage von Zugängen, bei Intubation und Reanimation, bedienen Absaugpumpe und Beatmungsbeutel, dokumentieren das Einsatzprotokoll und übergeben strukturiert in der Notaufnahme. Zwischen den Einsätzen werden Fahrzeuge desinfiziert, Material aufgefüllt und Geräte geprüft.
Wie wird man Rettungssanitäter?
Rettungssanitäter ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, sondern eine landesrechtlich geregelte Qualifikation. Üblich sind rund 520 Stunden: etwa 160 Stunden Theorie, ein Klinikpraktikum, ein Praktikum auf einer Lehrrettungswache und ein Abschlusslehrgang mit staatlicher Prüfung. In Vollzeit dauert das etwa drei bis vier Monate, berufsbegleitend länger. Vorausgesetzt werden meist ein Hauptschulabschluss, Mindestalter 18, der Führerschein Klasse C1 und gesundheitliche Eignung. Die Lehrgangskosten trägt häufig der Bewerber selbst, manche Träger übernehmen sie gegen Bindungsfrist.
Viele nutzen die Qualifikation als Einstieg und hängen später die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter an, teils verkürzt über eine Ergänzungsprüfung, wenn ausreichend Einsatzerfahrung vorliegt. Auch der Wechsel in die Pflege ist möglich, allerdings ohne Anrechnung: Die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann muss vollständig absolviert werden.
Was der Beruf verlangt
Der Dienst läuft rund um die Uhr. Zwölf- und Vierundzwanzigstundenschichten sind verbreitet, Nachtdienste, Wochenenden und Feiertage gehören dazu, in ländlichen Bereichen auch Bereitschaftszeiten auf der Wache. Körperlich ist die Arbeit fordernd: Tragen über Treppenhäuser, Umlagern schwerer Patienten, Arbeiten in engen Wohnungen, bei Kälte und im Straßenverkehr. Rückenbelastung ist der häufigste Grund für frühes Ausscheiden.
Dazu kommen belastende Einsätze mit Kindern, Suizid oder Gewalt, unklare Lagen, aggressive Patienten und Angehörige. Fehleinsätze und Bagatelltransporte machen einen erheblichen Teil des Aufkommens aus, was viele als frustrierend erleben. Die Kompetenzen sind eng begrenzt: Wer eigenständig invasive Maßnahmen durchführen will, braucht die Notfallsanitäterausbildung. Die Fluktuation ist hoch, viele bleiben nur wenige Jahre.
Aussichten
Rettungsdienste, Hilfsorganisationen und private Anbieter suchen durchgehend Personal, im Krankentransport besonders. Eine Stelle zu finden ist selten das Problem. Entwicklungswege führen über die Ergänzungsprüfung oder die volle Ausbildung zum Notfallsanitäter, weiter zum Praxisanleiter, Lehrrettungsassistenten, Organisatorischen Leiter Rettungsdienst oder in die Leitstelle. Ohne Weiterqualifikation bleibt das Einkommen begrenzt, weil die Eingruppierung an die Qualifikationsstufe gebunden ist.