Was macht ein Pflegeassistent?
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Übergabe und dann mit der Grundpflege: Waschen, Duschen, Mundpflege, An- und Auskleiden, Unterstützung beim Toilettengang, Lagern und Mobilisieren, Hilfe beim Essen und Trinken. Dazu kommen Vitalzeichenkontrolle, Blutzuckermessung, Bilanzierung, Prophylaxen gegen Dekubitus und Thrombose, Betten machen, Materialien richten und die Dokumentation der eigenen Leistungen. Je nach Bundesland und Hausregelung dürfen Pflegeassistenten nach Delegation auch einfache Behandlungspflege übernehmen, etwa Kompressionsstrümpfe anlegen, einfache Verbände wechseln oder Medikamente anreichen, die eine Fachkraft gestellt hat.
Die Grenze nach oben ist rechtlich gezogen: Pflegeprozesssteuerung, Erhebung des Pflegebedarfs, Planung und Steuerung sowie die Analyse des Pflegeergebnisses sind nach § 4 PflBG Vorbehaltsaufgaben der Pflegefachkräfte. Ein Pflegeassistent arbeitet also immer im Rahmen einer Anordnung oder Delegation, nicht in eigener fachlicher Verantwortung. Auf einer Akutstation heißt das enge Zusammenarbeit im Team, im Pflegeheim oft eigenständigere Arbeit in einem Wohnbereich, im ambulanten Dienst Fahrten zu Touren mit überwiegend pflegerischer Grundversorgung.
Wie wird man Pflegeassistent?
Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt und heißt je nach Bundesland Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz, Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe. Sie dauert ein bis zwei Jahre in Theorie und Praxis, meist an einer Pflegeschule mit angebundenen Einsätzen in Klinik, Heim und ambulantem Dienst. Zugang haben in der Regel Bewerber mit Hauptschulabschluss, in einigen Ländern auch ohne Abschluss bei ausreichenden Deutschkenntnissen. Quereinstieg ist üblich; viele beginnen als ungelernte Pflegehilfskraft und holen die Ausbildung nach. Wer die einjährige Assistenzausbildung abgeschlossen hat, kann sie in mehreren Bundesländern auf die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann anrechnen lassen und verkürzt dadurch, oft um ein Jahr.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich schwer. Heben, Umlagern, Transfers und stundenlanges Stehen und Gehen belasten Rücken und Knie, auch bei guter Hilfsmittelausstattung. Schichtdienst ist die Regel: Frühdienst ab etwa sechs Uhr, Spätdienst bis in den Abend, in vielen Häusern auch Nachtdienst, dazu Wochenend- und Feiertagsarbeit im Wechsel. Kurzfristiges Einspringen aus dem Frei kommt vor, weil Personal fehlt. Der Zeitdruck ist hoch, die Zahl der zu versorgenden Menschen pro Dienst oft größer als fachlich sinnvoll.
Dazu kommt die psychische Seite: Umgang mit Demenz, Aggression, Ausscheidungen, Schmerz und Sterben, Angehörige mit Erwartungen und Vorwürfen. Und die Erfahrung, für ähnliche Arbeit weniger zu verdienen als die Fachkraft daneben und bei fachlichen Entscheidungen nicht das letzte Wort zu haben. Wer damit dauerhaft schlecht umgehen kann, sollte den Aufstieg zur Fachkraft einplanen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben, besonders in der Langzeitpflege und im ambulanten Dienst. Stellen sind bundesweit und in nahezu jeder Größenordnung zu finden, Teilzeit ebenso wie Vollzeit. Der wichtigste Entwicklungsweg führt über die Anrechnung in die dreijährige Pflegeausbildung; danach öffnen sich Fachweiterbildungen, Praxisanleitung und Leitungsfunktionen. Ohne diesen Schritt bleibt die Entwicklung begrenzt: möglich sind Zusatzqualifikationen etwa in Betreuung nach § 43b SGB XI, Gerontopsychiatrie, Palliativbegleitung oder Wundversorgung, die Eingruppierung ändern sie meist nur wenig.