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Gesundheits- & Krankenpflege

Pflegepädagoge

Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen unterrichten an Pflegeschulen und in der Fort- und Weiterbildung. Sie planen Unterricht, begleiten Auszubildende in der Praxis und nehmen Prüfungen ab.

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Gehalt

Was man als Pflegepädagoge verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.100 € 4.600 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.200 € 4.800 € 5.400 € 57.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.900 € 5.600 € 6.600 € 67.200 €

Entscheidend sind Träger und Tarifbindung: An kommunalen und kirchlichen Schulen richtet sich die Vergütung nach TVöD, TV-L, AVR Caritas oder AVR Diakonie und liegt für Lehrkräfte meist in den Entgeltgruppen 11 bis 13, Schulleitungen darüber; private Bildungsträger zahlen nach Haustarif teils deutlich weniger. Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge entfallen in diesem Beruf fast vollständig, was im Vergleich zur Stationsarbeit mehrere hundert Euro monatlich ausmachen kann - verhandelt wird bei tariflicher Vergütung ohnehin nicht der Betrag, sondern die Anerkennung der Vorerfahrung für die Stufe.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Pflegepädagoge?

Pflegepädagogen unterrichten die theoretischen und praktischen Anteile der Pflegeausbildung. Der Kern der Arbeit ist Unterricht in Lernfeldern wie Pflegeprozess, Anatomie und Krankheitslehre, Kommunikation, Recht und Pflegewissenschaft, dazu Übungen im Skills-Lab: Lagerung, Injektionstechnik, Verbandwechsel, Reanimationstraining. Hinzu kommt die Kursleitung, also die Betreuung eines Ausbildungsjahrgangs über drei Jahre hinweg mit allem, was dazugehört - Gespräche bei Leistungsabfall, Konflikte in Praxiseinsätzen, Fehlzeiten, Abbruchgedanken.

Ein zweiter Teil der Arbeit findet außerhalb des Klassenraums statt: Praxisbegleitung in Kliniken, Heimen und ambulanten Diensten, Abstimmung mit Praxisanleitern, Abnahme der praktischen Prüfungen, Korrektur von Klausuren und Facharbeiten. Wer an einer Bildungsakademie arbeitet, gestaltet außerdem Fachweiterbildungen und Fortbildungen für examinierte Kräfte. Curriculumarbeit, Stundenplanung und die Dokumentation für die zuständige Behörde nehmen mehr Zeit ein, als die meisten erwarten.

Wie wird man Pflegepädagoge?

Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung - heute Pflegefachfrau oder Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, früher Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Altenpflege - plus mehrjährige Berufserfahrung am Bett. Darauf folgt ein Studium: Pflegepädagogik, Berufspädagogik im Gesundheitswesen oder Medizinpädagogik, meist als Bachelor mit anschließendem Master. Das Pflegeberufegesetz verlangt für hauptberufliche Lehrkräfte an Pflegeschulen einen Hochschulabschluss auf Masterniveau in einer pflegepädagogischen oder vergleichbaren Fachrichtung; für die Schulleitung gilt das ebenso. Viele studieren berufsbegleitend in Teilzeit, oft über vier bis fünf Jahre neben der Schichtarbeit.

Ein Quereinstieg ohne Pflegeexamen ist die Ausnahme und meist auf Fachunterricht in Randbereichen beschränkt. Wer aus der Praxisanleitung kommt, hat einen realistischen Ausgangspunkt, braucht aber das Studium.

Was der Beruf verlangt

Der offensichtliche Vorteil: kein Schichtdienst, keine Nachtdienste, in den meisten Schulen keine Wochenendarbeit. Dafür verschiebt sich die Belastung. Unterricht muss vorbereitet werden, und die Vor- und Nachbereitung passt selten in die Deputatsstunden. Prüfungsphasen und Kurswechsel erzeugen Spitzen, in denen Abende und Wochenenden draufgehen. Praxisbegleitung bedeutet Fahrtzeiten zu Einsatzorten im ganzen Umland.

Schwer fällt vielen der Rollenwechsel. Vor einer Klasse mit dreißig Menschen zwischen 17 und 50 zu stehen, von denen einige kaum Deutsch sprechen und andere die Ausbildung als Notlösung begonnen haben, ist eine andere Arbeit als Pflege. Konflikte werden ausgehalten, nicht gelöst. Dazu kommt die Spannung zwischen dem, was im Curriculum steht, und dem, was Auszubildende in unterbesetzten Einsätzen tatsächlich erleben - Pflegepädagogen sind die Ersten, die davon hören.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Pflegeschulen suchen seit Jahren Lehrkräfte, viele Stellen bleiben monatelang offen, gleichzeitig geht eine große Zahl von Lehrenden in den nächsten Jahren in Rente. Entwicklungswege führen zur stellvertretenden Schulleitung und Schulleitung, in die Leitung von Bildungsakademien, in Curriculumentwicklung, Prüfungswesen oder an Hochschulen in Lehre und Forschung. Auch Fortbildungsanbieter, Verbände und Träger mit eigenen Akademien stellen ein.

Aufgaben

  • Theorieunterricht in den Lernfeldern der generalistischen Pflegeausbildung planen und halten
  • praktische Übungen im Skills-Lab anleiten, etwa Injektionen, Lagerung, Reanimation
  • einen Ausbildungskurs über die gesamten drei Jahre als Kursleitung begleiten
  • Auszubildende in Klinik, Pflegeheim und ambulantem Dienst besuchen und beurteilen
  • schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen abnehmen und Klausuren korrigieren
  • Curricula und Stundenpläne mitentwickeln und die Ausbildungsdokumentation führen
  • Fort- und Weiterbildungen für examinierte Pflegekräfte konzipieren und durchführen
  • mit Praxisanleitern und Trägern die Einsatzplanung abstimmen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung, etwa als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann
  • mehrjährige Berufserfahrung in der direkten Pflege
  • Hochschulabschluss auf Masterniveau in Pflegepädagogik, Berufs- oder Medizinpädagogik für die hauptberufliche Lehre an Pflegeschulen
  • Fähigkeit, vor heterogenen Gruppen sicher aufzutreten und Konflikte auszuhalten
  • Bereitschaft zu strukturierter Vor- und Nachbereitung außerhalb der Unterrichtszeit
  • Führerschein und Bereitschaft zu Fahrten für die Praxisbegleitung

Wo man arbeitet

  • Pflegeschulen und Berufsfachschulen
  • Bildungsakademien von Kliniken und Trägern
  • Fort- und Weiterbildungsinstitute
  • Hochschulen mit pflegebezogenen Studiengängen
  • Praxiseinsatzorte wie Akutkliniken, Pflegeheime und ambulante Dienste bei der Praxisbegleitung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist zunächst die dreijährige Pflegeausbildung mit Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann und einige Jahre Berufspraxis. Darauf folgt ein Studium der Pflegepädagogik oder Berufspädagogik im Gesundheitswesen, meist ein sechs- bis achtsemestriger Bachelor und ein daran anschließender Master, häufig berufsbegleitend in Teilzeit. Für hauptberufliche Lehrkräfte an Pflegeschulen ist der Masterabschluss nach dem Pflegeberufegesetz der maßgebliche Nachweis.

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