Zum Inhalt springen
Gesundheits- & Krankenpflege

Gesundheits- und Krankenpfleger / Pflegefachkraft

Pflegefachkräfte versorgen kranke Menschen im Krankenhaus, in Heimen oder ambulant: Grund- und Behandlungspflege, Medikamentengabe, Wundversorgung, Überwachung und Dokumentation. Seit 2020 heißt der dreijährige Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann.

16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Gesundheits- und Krankenpfleger / Pflegefachkraft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.600 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.700 € 4.100 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €

Entscheidend ist der Träger: Häuser nach TVöD-P (meist P 7 bis P 9), TV-L an Unikliniken oder AVR Caritas und AVR Diakonie liegen in der Regel über privaten Haustarifen. Verhandelt wird bei Tarifbindung nicht der Betrag, sondern die Stufe - anerkannte Vorerfahrung macht schnell mehrere hundert Euro im Monat aus. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Wechselschichtzulagen sind hier nicht enthalten und erhöhen das tatsächliche Einkommen bei regelmäßigen Nachtdiensten üblicherweise um etwa 200 bis 600 Euro monatlich, teils steuerfrei nach § 3b EStG; Fachweiterbildung, Praxisanleitung und Leitungsfunktion bringen weitere Zulagen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft?

Der Arbeitstag auf einer Normalstation beginnt mit der Übergabe, danach folgt die Grundpflege: Waschen, Mobilisieren, Lagern, Unterstützung beim Essen. Parallel läuft die Behandlungspflege, die den Kern der fachlichen Arbeit ausmacht - Medikamente stellen und verabreichen, Infusionen anhängen, Injektionen setzen, Verbände wechseln, Drainagen und Katheter versorgen, Vitalzeichen kontrollieren, Blutzucker messen. Dazu kommen Aufnahmen und Entlassungen, Visitenbegleitung, Telefonate mit Angehörigen, Anforderung von Untersuchungen und die Pflegedokumentation, die einen erheblichen Teil der Schicht bindet.

Wie der Beruf konkret aussieht, entscheidet der Einsatzort. Auf einer chirurgischen Station dominiert postoperative Überwachung, auf der Inneren die Versorgung chronisch und mehrfach erkrankter Menschen. Auf der Intensivstation stehen Beatmung, Monitoring und Katecholamintherapie im Vordergrund, im OP das sterile Instrumentieren, in der Notaufnahme Ersteinschätzung und Tempo. Im Pflegeheim verschiebt sich der Schwerpunkt zur langfristigen Begleitung, im ambulanten Dienst arbeitet man allein im Auto und in fremden Wohnungen. Die Planung und Steuerung des Pflegeprozesses, die Bedarfserhebung und die Qualitätssicherung sind nach § 4 PflBG Vorbehaltsaufgaben und dürfen nur von Fachkräften ausgeführt werden - das unterscheidet die Stelle rechtlich und wirtschaftlich von der einer Pflegehilfskraft.

Wie wird man Pflegefachkraft?

Über die dreijährige generalistische Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz. Sie führt zum Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann und hat die früheren getrennten Ausbildungen in Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege abgelöst. Wer vor 2020 abgeschlossen hat, behält seine Bezeichnung als Gesundheits- und Krankenpfleger. Im dritten Jahr ist wahlweise eine Vertiefung in der pädiatrischen oder der Langzeitpflege mit gesondertem Abschluss möglich. Voraussetzung ist in der Regel die mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Helferausbildung. Alternativ gibt es primärqualifizierende Pflegestudiengänge, die Berufszulassung und Bachelor verbinden. Nach dem Examen stehen Fachweiterbildungen offen, etwa Intensiv- und Anästhesiepflege, OP-Dienst, Onkologie, Psychiatrie oder Palliativpflege. Quereinstieg ohne Examen ist als Pflegehilfskraft möglich, die Ausbildung lässt sich später verkürzt nachholen.

Was der Beruf verlangt

Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, Wochenend- und Feiertagsarbeit, im ambulanten Bereich geteilte Dienste. Dienstpläne ändern sich kurzfristig, Einspringen aus dem Frei ist verbreitet. Körperlich belasten Heben, Umlagern und Dauerstehen den Rücken; viele Häuser arbeiten mit knapper Besetzung, sodass Pausen ausfallen und Aufgaben in eine Schicht gedrängt werden, die eigentlich mehr Zeit bräuchten. Dazu kommt die psychische Seite: Sterbebegleitung, Aggression, Zeitdruck bei gleichzeitiger Verantwortung für Medikamentensicherheit. Die Fluktuation ist hoch, ein relevanter Teil der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit, weil Vollzeit im Dreischichtbetrieb schwer durchzuhalten ist.

Aussichten

Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich und wird es auf absehbare Zeit weiter tun. Wer examiniert ist, findet praktisch überall eine Stelle und kann Träger, Fachbereich und Region auswählen - eine Verhandlungsposition, die in kaum einem anderen Beruf so eindeutig ist. Entwicklungswege führen über Fachweiterbildungen in spezialisierte Bereiche, über die Praxisanleitung in die Ausbildung, über Stations- und Pflegedienstleitung in die Führung oder über ein Studium in Pflegewissenschaft, Management und Advanced Practice Nursing. Auch Hygiene, Case Management, Wundmanagement und der Medizinische Dienst sind gängige Wechsel aus der Schicht heraus.

Aufgaben

  • Grund- und Behandlungspflege im Schichtbetrieb übernehmen
  • Medikamente stellen, verabreichen und Wirkung überwachen
  • Wunden versorgen, Verbände wechseln, Zugänge und Katheter betreuen
  • Vitalparameter kontrollieren und Verschlechterungen früh erkennen
  • Pflegeprozess planen, steuern und in der Dokumentation abbilden
  • Visiten begleiten und mit Ärzten, Therapie und Sozialdienst abstimmen
  • Patienten und Angehörige anleiten und über die Versorgung informieren
  • Auszubildende und Hilfskräfte anleiten und beaufsichtigen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung mit staatlicher Anerkennung
  • Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss plus Helferausbildung als Zugang
  • Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und langes Stehen
  • Ruhe und Übersicht in Notfall- und Konfliktsituationen
  • Sorgfalt bei Medikation und Dokumentation
  • Impf- und Gesundheitsnachweise nach Infektionsschutzgesetz

Wo man arbeitet

  • Akutkrankenhaus und Universitätsklinik
  • Intensivstation, OP und Notaufnahme
  • Stationäre Pflegeeinrichtung
  • Ambulanter Pflegedienst
  • Rehabilitationsklinik
  • Fach- und Hausarztpraxis oder MVZ

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige generalistische Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz mit Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, verteilt auf Theorie an der Pflegeschule und Praxiseinsätze in Klinik, Langzeitpflege, ambulantem Dienst, Pädiatrie und Psychiatrie. Im dritten Jahr kann eine Vertiefung in Kinderkranken- oder Altenpflege gewählt werden. Alternativ führen primärqualifizierende Pflegestudiengänge in drei bis vier Jahren zu Bachelor und Berufszulassung.

Offene Stellen als Gesundheits- und Krankenpfleger / Pflegefachkraft

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Altenpfleger

Altenpflegerinnen und Altenpfleger versorgen ältere Menschen pflegerisch und medizinisch – im Pflegeheim, im ambulanten Dienst oder in betreuten Wohnformen. Die dreijährige Fachausbildung heißt seit 2020 Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann; frühere Abschlüsse behalten ihre Bezeichnung.

Offene Stellen
36
Monatsbrutto
2.900 – 4.900 €

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger

Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger versorgen Kinder von der Frühgeborenenstation bis zum Jugendalter – pflegerisch, medizinisch und im Kontakt mit den Eltern. Der Beruf ist eine dreijährige Fachausbildung, heute als Vertiefung Pädiatrie innerhalb der generalistischen Pflegeausbildung.

Offene Stellen
0
Monatsbrutto
3.100 – 5.000 €

Pflegehelfer

Pflegehelfer unterstützen Pflegefachkräfte bei der Grundpflege, Betreuung und Versorgung von Menschen, die sich nicht selbst helfen können. Der Zugang ist auch ohne Ausbildung möglich, die Tätigkeit ist auf pflegerische Hilfsaufgaben beschränkt.

Offene Stellen
12
Monatsbrutto
2.100 – 3.300 €

Die Pflegeberufe-Jobbörse verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz