MFA / Pflegefachkraft
Stellen für Medizinische Fachangestellte oder Pflegefachkräfte werden häufig gemeinsam ausgeschrieben: In Praxen, MVZ und Klinikambulanzen arbeiten beide Berufsgruppen an denselben Plätzen, meist im Tagdienst ohne Nacht- und Wochenendarbeit.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als MFA / Pflegefachkraft verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.700 € | 3.200 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 3.100 € | 3.700 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.600 € | 4.400 € | 43.200 € |
Entscheidend ist, welcher Qualifikation die Stelle zugeordnet wird: Pflegefachkräfte in Klinikambulanzen werden nach TVöD-P oder TV-L eingruppiert und liegen deutlich über dem Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte, der in vielen Privatpraxen ohnehin nur als Orientierung dient. Nacht- und Wochenendzuschläge fallen im Praxisbetrieb meist weg, sodass das Grundentgelt hier tatsächlich das Einkommen ist – in Dialyse, Notfallpraxis und Ambulanz kommen für Spät- und Samstagsdienste je nach Umfang etwa fünf bis zehn Prozent hinzu. Bei tariflicher Vergütung wird nicht der Betrag verhandelt, sondern die Stufenzuordnung: Anerkannte Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro im Monat aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine MFA oder Pflegefachkraft in der Praxis?
Der Arbeitsplatz ist die Arztpraxis, das medizinische Versorgungszentrum, die Klinikambulanz, das Dialysezentrum oder die Tagesklinik. Der Tag beginnt mit dem Öffnen der Sprechstunde: Patienten anmelden, Versichertenkarte einlesen, Termine vergeben und verschieben, Telefon annehmen. Parallel läuft die Behandlungsassistenz. Blut abnehmen, Infusionen und Injektionen vorbereiten und verabreichen, EKG schreiben, Lungenfunktion messen, Abstriche nehmen, Wunden versorgen und Verbände wechseln, Nähte entfernen, bei kleinen Eingriffen instrumentieren. Dazu kommt die Aufbereitung von Instrumenten nach Hygieneplan, das Bestücken der Behandlungsräume, die Kontrolle von Kühlkette und Verfallsdaten sowie die Dokumentation in der Praxissoftware. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit geht in Abrechnung nach EBM und GOÄ, Rezept- und Überweisungsvorbereitung, Befundanforderung und Schriftverkehr mit Kassen und Kliniken.
Wo Pflegefachkräfte eingesetzt werden, verschiebt sich der Schwerpunkt: mehr Behandlungspflege, mehr Übernahme delegierter ärztlicher Leistungen, in Dialyse und Onkologie die Betreuung von Patienten über mehrere Stunden hinweg. Die Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG – Pflegeprozesssteuerung und Pflegediagnostik – spielen im ambulanten Praxisbetrieb praktisch keine Rolle, weshalb beide Qualifikationen dort austauschbar ausgeschrieben werden.
Wie wird man MFA oder Pflegefachkraft?
Die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten dauert drei Jahre im dualen System, mit Berufsschule und Praxis, Abschluss vor der Ärztekammer. Zugang ist rechtlich ohne bestimmten Schulabschluss möglich, üblich ist der Realschulabschluss. Die Pflegeausbildung dauert ebenfalls drei Jahre und führt seit 2020 nach dem Pflegeberufegesetz zum Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann; sie ersetzt die früheren Ausbildungen in Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege, die als Vertiefung im dritten Jahr wählbar bleiben. Wer vor 2020 abgeschlossen hat, behält die alte Bezeichnung.
Ein Quereinstieg ohne einen dieser Abschlüsse ist begrenzt möglich, etwa als Praxisassistenz für Anmeldung und Verwaltung, nicht aber für Blutentnahme, Injektionen und Assistenz bei Eingriffen. Für Pflegefachkräfte, die aus Klinik oder Heim in die Praxis wechseln, ist die Einarbeitung vor allem eine Einarbeitung in Abrechnung und Praxissoftware.
Was der Beruf verlangt
Der größte Unterschied zur Station: In der Regel kein Schichtdienst, keine Nachtdienste, an vielen Stellen kein Wochenende. Das ist der Grund, aus dem viele Pflegefachkräfte in diesen Bereich wechseln – und der Grund, aus dem die Bezahlung im MFA-Bereich oft niedriger ausfällt. In Klinikambulanzen, Notfallpraxen und Dialysezentren gibt es dagegen Spät- und Samstagsdienste, teils Rufbereitschaft.
Belastend sind Verdichtung und Unterbrechung: volles Wartezimmer, klingelndes Telefon, gleichzeitig eine Blutentnahme. Konflikte an der Anmeldung über Wartezeiten, Termine und Rezepte gehören zum Alltag und treffen zuerst das Personal, nicht die Ärzte. Die Arbeit ist überwiegend im Stehen und Gehen, der Rücken wird weniger belastet als in der stationären Pflege. Sorgfalt bei Hygiene, Dokumentation und Abrechnung ist Pflicht, Fehler dort haben unmittelbare finanzielle Folgen für die Praxis.
Aussichten
Die Nachfrage ist in beiden Berufsgruppen hoch und wächst mit der Zahl der MVZ und der Verlagerung von Leistungen ins Ambulante. Entwicklungswege führen über die Fortbildung zur Nichtärztlichen Praxisassistentin, zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung, in die Praxismanagement- oder Erstkraftfunktion. Pflegefachkräfte können sich in Dialyse, Onkologie oder Endoskopie fachweiterbilden oder pflegewissenschaftlich studieren.
Aufgaben
- Blutentnahmen, Injektionen und Infusionen durchführen
- EKG, Lungenfunktion und weitere Funktionsdiagnostik schreiben
- bei kleinen Eingriffen assistieren und instrumentieren
- Wunden versorgen, Verbände wechseln, Nähte entfernen
- Patienten anmelden, Termine koordinieren und Telefon betreuen
- Instrumente und Behandlungsräume nach Hygieneplan aufbereiten
- Behandlungen dokumentieren und nach EBM oder GOÄ abrechnen
- Rezepte, Überweisungen und Befundanforderungen vorbereiten
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Medizinische Fachangestellte oder als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann
- sichere Technik bei Blutentnahme und Injektion
- Kenntnisse in Hygiene und Medizinprodukteaufbereitung
- Umgang mit Praxissoftware, bei MFA zusätzlich Abrechnungskenntnisse
- Belastbarkeit bei hohem Patientenaufkommen und häufigen Unterbrechungen
- Nachweis über Masernimpfschutz
- Bereitschaft zu Spätsprechstunden, je nach Einrichtung auch Samstagsdiensten
Wo man arbeitet
- hausärztliche und fachärztliche Praxen
- medizinische Versorgungszentren
- Klinikambulanzen und Hochschulambulanzen
- Dialysezentren
- onkologische Tageskliniken
- Betriebsärztliche Dienste und Gesundheitsämter
Der Weg in den Beruf
Beide Wege dauern drei Jahre: Die duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten endet mit der Prüfung vor der Ärztekammer, die generalistische Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz mit der staatlichen Anerkennung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Für Praxisstellen werden beide Abschlüsse häufig gleichrangig akzeptiert. Aufbauend sind Fortbildungen zur Nichtärztlichen Praxisassistentin, zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung oder pflegerische Fachweiterbildungen möglich.
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