Pflegefachkraft als Praxisanleiter
Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter sind examinierte Pflegefachkräfte mit berufspädagogischer Zusatzqualifikation, die Auszubildende in der Pflege am Arbeitsplatz anleiten, begleiten und beurteilen. Sie arbeiten teils freigestellt, teils weiter in der regulären Pflege am Bett.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft als Praxisanleiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.650 € | 3.950 € | 43.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.050 € | 4.450 € | 48.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.500 € | 5.100 € | 54.000 € |
Grundlage ist die Eingruppierung als Pflegefachkraft, im TVöD-P meist P7 bis P9; die Praxisanleitung wird häufig über eine monatliche Zulage von etwa 50 bis 150 Euro oder eine höhere Entgeltgruppe vergütet, in AVR Caritas und AVR Diakonie ähnlich, bei privaten Trägern mit Haustarif oft deutlich niedriger. Verhandelt wird bei Tarifbindung nicht der Betrag, sondern die Stufe - anerkannte Vorerfahrung macht mehrere hundert Euro im Monat aus. Wer weiter im Schichtdienst arbeitet, kommt über Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sowie Wechselschichtzulage auf 200 bis 500 Euro zusätzlich; bei vollständiger Freistellung im Tagdienst entfallen diese Beträge.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Träger, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Träger zu Träger unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Praxisanleiterin?
Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter verantworten den praktischen Teil der Pflegeausbildung in ihrer Einrichtung. Sie führen neue Auszubildende in die Station, die Wohnbereiche oder die Tour des ambulanten Dienstes ein, planen strukturierte Anleitungen zu konkreten Themen - Blutdruckmessung und Vitalzeichenkontrolle, Verbandwechsel nach aseptischer Technik, subkutane Injektion, Mobilisation nach Hüft-TEP, Pflegeplanung nach dem Strukturmodell - und dokumentieren jede dieser Einheiten. Nach dem Pflegeberufegesetz müssen mindestens zehn Prozent der praktischen Ausbildungszeit geplant angeleitet werden; diese Stunden nachzuweisen ist Teil der Aufgabe.
Dazu kommen Reflexionsgespräche, Zwischen- und Abschlussgespräche in jedem Einsatz, das Ausfüllen der Beurteilungsbögen und die Abstimmung mit der Pflegeschule. Praxisanleiterinnen nehmen die praktische Prüfung mit ab, betreuen Praktikanten und Freiwilligendienstleistende und arbeiten häufig auch neue Kolleginnen ein, darunter Pflegekräfte mit im Ausland erworbener Qualifikation im Anerkennungsverfahren. Ein Teil der Stellen ist vollständig für die Anleitung freigestellt, ein größerer Teil nicht: Dort steht die Anleitung neben dem normalen Dienst im Schichtplan.
Wie wird man Praxisanleiterin?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung - seit 2020 generalistisch als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, davor Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Altenpflege - und in der Regel ein Jahr Berufserfahrung. Darauf folgt die berufspädagogische Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden, meist berufsbegleitend über neun bis achtzehn Monate an einer Pflegeschule oder einem Bildungswerk, abgeschlossen mit Facharbeit und Kolloquium. Wer die alte Qualifikation mit 200 Stunden hat, behält sie, muss aber wie alle anderen jährlich 24 Stunden Fortbildung nachweisen, sonst erlischt die Anerkennung. Pflegepädagogische Studiengänge decken die Anforderung ebenfalls ab. Einen Quereinstieg ohne Pflegeexamen gibt es nicht.
Was der Beruf verlangt
Der häufigste Konflikt ist Zeit. Wer nicht freigestellt ist, soll anleiten und gleichzeitig eine Gruppe versorgen; bei Personalausfall fällt die geplante Anleitung als Erstes weg. Die Verantwortung bleibt trotzdem, denn die Stunden sind nachzuweisen. Ohne Freistellung wird im Schichtdienst gearbeitet, mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten und der körperlichen Belastung der Station oder des Wohnbereichs. Freigestellte Stellen liegen überwiegend im Tagdienst.
Anzuleiten heißt auch, zu beurteilen. Eine schlechte Bewertung schreiben, ein Gespräch über mangelnde Zuverlässigkeit führen, einen Abbruch begleiten - das gehört dazu und fällt vielen schwerer als jede Pflegetätigkeit. Dazu Sprachbarrieren, sehr unterschiedliche Vorbildung der Auszubildenden und Kolleginnen im Team, die Anleitung als Störung des Ablaufs empfinden.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst. Jeder Träger, der ausbildet, braucht Praxisanleitung in ausreichender Zahl, und die Ausbildungszahlen steigen, während qualifizierte Anleiterinnen fehlen. Viele Häuser finanzieren die Weiterbildung vollständig und stellen anschließend teilweise frei. Von hier führen Wege in die Pflegepädagogik über ein Studium und eine Tätigkeit als Lehrkraft an einer Pflegeschule, in die zentrale Ausbildungskoordination eines Trägers, ins Qualitätsmanagement oder in die Stationsleitung. Die Qualifikation ist bundesweit übertragbar und in allen Versorgungsbereichen einsetzbar.
Aufgaben
- Geplante Anleitungen zu pflegerischen Maßnahmen vorbereiten, durchführen und nachbesprechen
- Erst-, Zwischen- und Abschlussgespräche mit Auszubildenden führen
- Praktische Leistungen beurteilen und Beurteilungsbögen ausfüllen
- Anleitungsstunden dokumentieren und den geforderten Zehn-Prozent-Anteil nachweisen
- Mit der Pflegeschule über Ausbildungsstand und Einsatzplanung abstimmen
- Bei praktischen Abschlussprüfungen mitwirken
- Neue Mitarbeitende und Pflegekräfte im Anerkennungsverfahren einarbeiten
- Je nach Stelle weiterhin Grund- und Behandlungspflege im Schichtdienst übernehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung mit Berufszulassung (Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder frühere Abschlüsse)
- In der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Pflege
- Berufspädagogische Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden
- Jährlich 24 Stunden berufspädagogische Fortbildung zum Erhalt der Anerkennung
- Fähigkeit, Kritik sachlich zu formulieren und Leistungen zu bewerten
- Sicheres Fachwissen und die Bereitschaft, es aktuell zu halten
- Belastbarkeit für Schichtdienst, wenn keine Freistellung vorliegt
Wo man arbeitet
- Akutkliniken und Fachkliniken
- Stationäre Pflegeeinrichtungen
- Ambulante Pflegedienste
- Rehabilitationseinrichtungen
- Pflegeschulen und Bildungszentren der Träger
- Wohngruppen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe
Der Weg in den Beruf
Zunächst die dreijährige generalistische Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, wahlweise mit Vertiefung in der pädiatrischen oder der Langzeitpflege. Nach etwa einem Jahr Berufspraxis folgt die berufsbegleitende Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden über neun bis achtzehn Monate, die mit Facharbeit und Kolloquium abschließt. Alternativ deckt ein pflegepädagogischer Studiengang die Qualifikation ab.
Offene Stellen als Pflegefachkraft als Praxisanleiter
In der Suche fortsetzenPflegefachkraft als Praxisanleiter:in (w/m/d)
Pflegefachkraft als Praxisanleiter:in (w/m/d)
Pflegefachkraft als Praxisanleiter:in (w/m/d)
Pflegefachkraft als Praxisanleiter:in (w/m/d)
Pflegefachkraft als Praxisanleiter:in (w/m/d)
Pflegefachkraft als Praxisanleiter:in (w/m/d)
Pflegefachkraft (m/w/d) als Praxisanleiter (m/w/d)
Verwandte Berufe
Pflegedienstleitung
Die Pflegedienstleitung verantwortet die pflegerische Organisation einer Einrichtung: Personaleinsatz, Dienstplanung, Pflegequalität und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Sie ist Führungskraft und bleibt fachlich in der Pflege verankert.
- Offene Stellen
- 98
- Monatsbrutto
- 3.600 – 6.800 €
Pflegepädagoge
Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen unterrichten an Pflegeschulen und in der Fort- und Weiterbildung. Sie planen Unterricht, begleiten Auszubildende in der Praxis und nehmen Prüfungen ab.
- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 3.600 – 6.600 €
Stationsleitung
Die Stationsleitung führt das Pflegeteam einer Station, verantwortet Dienstplan, Einarbeitung und Pflegequalität und arbeitet je nach Haus noch anteilig in der direkten Pflege mit.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 3.700 – 5.800 €
Bewerbung und Einstieg
- Gespräch und Hospitationstag: die Bewerbung in der Pflege In der Pflege entscheidet nicht das Gespräch, sondern der Tag danach. Was der Hospitations...
- Der Quereinstieg in die Pflege Die Pflege sucht Personal wie kaum ein anderes Feld – aber nicht jede Tätigkeit steht ohne...
- Der Lebenslauf in der Pflege: welche Angaben hineingehören Pflegelebensläufe werden nach Setting, Größenordnung und Verfahren gelesen. Welche Angaben...